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Finanzen für Selbstständige
Von Philipp Busch Aktualisiert am Eigene Berechnungen, Normen am 16.08.2026 an der Primärquelle geprüft
Der Rest dieser Seite betrachtet Geld, das bereits jemandem gehört. Für Selbstständige stellt sich die Frage davor: Was hereinkommt, was davon abgeht und was am Ende tatsächlich privat übrig bleibt — drei Zahlen, die selten dieselbe Größenordnung haben.
Einnahme
Umsatz, unregelmäßig und ohne Zusage
Abzüge
Betriebskosten, Vorsorge, Ertragsteuern
Risiko
Auftragsflaute, Zahlungsziel, Ausfall
Rücklage
Zwei getrennte Töpfe: fremdes und eigenes Geld
Wo anfangen?
Vier Absichten führen in diesen Bereich, und sie brauchen verschiedene Antworten. Der jeweils passende Einstieg steht daneben.
Ich weiß nicht, was ich verlangen soll
Die Untergrenze folgt aus der eigenen Kostenrechnung, nicht aus Branchentabellen. Stundensatz berechnen
Ich will wissen, ob es zum Leben reicht
Vom Wunschnetto zurück über Steuern, Vorsorge und Betriebskosten zum nötigen Umsatz. Umsatz für dein Wunscheinkommen
Ich habe Angst vor der Steuernachzahlung
Wie viel vom Gewinn nicht dir gehört — und warum das zweite Jahr das teure ist. Steuerrücklage bilden
Ich fange gerade erst an
Kleinunternehmerregelung, Belegpflichten und die Frage nach dem getrennten Konto. Kleinunternehmerregelung
Warum dieser Bereich hierher gehört
Diese Seite rechnet sonst mit Geld, das schon da ist. Ein Sparplan beginnt mit einer Rate, die jemand aufbringen kann; die ETF-Artikel erklären, was daraus über Jahrzehnte wird. Vorausgesetzt ist dabei immer, dass am Monatsende etwas übrig ist.
Bei Selbstständigen ist genau das die offene Frage. Ihr Einkommen ist kein Betrag, der überwiesen wird, sondern ein Rest — was nach Betriebskosten, Vorsorge und Steuern von einem schwankenden Umsatz übrig bleibt. Wer diesen Rest nicht kennt, kann keine Sparrate festlegen, keine Reserve bemessen und keine Finanzierung planen.
Der Bereich steht deshalb vor dem übrigen Bestand, nicht daneben. Er beantwortet die Frage, die alle anderen Rechner voraussetzen. Zwei Nachbarn grenzen ihn ein: Die Besteuerung von Kapitalerträgen betrifft eine andere Steuerart als der Gewinn eines Betriebs, und die Kreditartikel behandeln Verbraucherdarlehen, nicht die Finanzierung eines Betriebs.
Vier Größen, die ständig verwechselt werden
Fast jede fehlerhafte Rechnung in der Selbstständigkeit lässt sich auf eine Verwechslung dieser vier Zahlen zurückführen. Sie stehen in einer festen Reihenfolge, und jede ist kleiner als die vorige.
Umsatz ist alles, was in Rechnung gestellt wird. Er ist die Zahl, die genannt wird, wenn jemand sagt, wie gut es läuft — und die am wenigsten aussagt. Gewinn ist der Umsatz abzüglich der Betriebsausgaben und die Größe, auf die Steuern erhoben werden. Entnahme ist das Geld, das tatsächlich ins Private wandert; sie kann größer oder kleiner sein als der Gewinn und ändert an der Steuer nichts. Netto schließlich ist, was nach Steuern und Vorsorge zum Leben bleibt.
Der teuerste Irrtum entsteht zwischen Entnahme und Gewinn: Versteuert wird der Gewinn, auch wenn er längst im Betrieb investiert oder von Kunden noch nicht bezahlt ist. Wer nur entnommenes Geld für steuerpflichtig hält, hat am Jahresende eine Forderung des Finanzamts auf Geld, das nirgends liegt. Die Einzelheiten stehen unter Privatentnahme ist kein Gehalt.
Was eine Stunde kosten muss
Die Untergrenze eines Stundensatzes ist keine Marktfrage, sondern eine Divisionsaufgabe: Alle Kosten eines Jahres plus der angestrebte Gewinn, geteilt durch die Stunden, die tatsächlich bezahlt werden. Der Markt entscheidet danach, ob dieser Satz durchsetzbar ist — aber er ändert nichts daran, dass ein Satz darunter Geld kostet.
Der Nenner ist die Stelle, an der die meisten Rechnungen kippen. Von 261 Werktagen im Jahr bleiben nach Urlaub, Krankheit und Feiertagen etwa 210. Bei 40 Wochenstunden sind das rund 1.680 Arbeitsstunden — aber eben nicht 1.680 abrechenbare. Akquise, Angebote, Buchhaltung, Fortbildung und Leerlauf zwischen zwei Aufträgen sind Arbeitszeit ohne Rechnung. Bleiben 60 Prozent übrig, sind es 1.008 Stunden.
Der Unterschied ist kein Detail: Dieselben 60.000 Euro Jahresbedarf ergeben auf 1.680 Stunden knapp 36 Euro und auf 1.008 Stunden knapp 60 Euro. Der Stundensatzrechner weist diesen Aufschlag getrennt aus, weil er in aller Regel größer ist als jede einzelne Kostenposition. Die Herleitung steht unter Stundensatz berechnen, die Frage nach der Deckung der Fixkosten unter Fixkosten und Break-even.
Vom Wunschnetto zum Umsatz
Die Gegenrichtung beginnt beim Leben und endet bei der Rechnung. Aus einem gewünschten Nettoeinkommen wird zurückgerechnet: Zuerst kommen Kranken-, Pflege- und Altersvorsorge hinzu, dann die Einkommensteuer auf das, was danach noch zu versteuern ist, und zuletzt die Betriebskosten, die vom Umsatz abgehen, bevor überhaupt ein Gewinn entsteht.
Die verbreiteten Faustfaktoren — das 2,3- bis 3,2-Fache des früheren Nettogehalts — treffen ungefähr die richtige Größenordnung und verdecken dabei, woraus sie entsteht. Ihr größter Fehler ist, dass sie einen festen Steueranteil unterstellen. Der Tarif ist aber progressiv: Wer sein Wunschnetto verdoppelt, braucht mehr als den doppelten Umsatz.
Deshalb rechnet diese Seite die Kette einzeln durch, mit dem Einkommensteuertarif nach § 32a EStG statt mit einem Prozentsatz. Der ausführliche Weg steht unter Wie viel Umsatz für dein Wunscheinkommen.
Was dem Finanzamt gehört
Auf den Gewinn fallen Einkommensteuer und — oberhalb einer Freigrenze — Solidaritätszuschlag an. Gewerbetreibende zahlen zusätzlich Gewerbesteuer, Freiberufler nach § 18 EStG nicht. Die Umsatzsteuer gehört ausdrücklich nicht in diese Aufzählung; sie ist keine Steuer auf den Gewinn und im nächsten Abschnitt behandelt.
Bei der Gewerbesteuer wird der Betrag regelmäßig überschätzt. Sie greift erst oberhalb eines Freibetrags von 24.500 Euro Gewerbeertrag, und was dann anfällt, wird zum größten Teil wieder auf die Einkommensteuer angerechnet: nach § 35 EStG das Vierfache des Messbetrags, begrenzt auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer. In Gemeinden mit mittlerem Hebesatz bleibt davon rechnerisch wenig übrig — die zusätzliche Last ist spürbar erst dort, wo die Hebesätze weit über 400 Prozent liegen.
Der Steuerrücklagen-Rechner weist Steuer, Zuschlag, Gewerbesteuer und Anrechnung getrennt aus. Die Einordnung dazu steht unter Steuerrücklage bilden.
Der Zeitversatz, an dem das zweite Jahr scheitert
Wer im ersten Jahr korrekt zurücklegt, kann im zweiten trotzdem zu wenig haben. Der Grund ist keine Rechenfrage, sondern eine Terminfrage: Der erste Steuerbescheid kommt mit erheblicher Verzögerung. Mit ihm wird die Nachzahlung für das erste Jahr fällig — und im selben Bescheid setzt das Finanzamt Vorauszahlungen für das laufende Jahr fest, die nach § 37 EStG am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember zu leisten sind.
Bei gleichbleibendem Gewinn bedeutet das im zweiten Jahr die doppelte Jahressteuer: einmal rückwirkend, einmal im Voraus. Ab dem dritten Jahr normalisiert es sich, weil die Vorauszahlungen die spätere Schuld weitgehend abdecken. Die Lücke entsteht also genau einmal — aber sie entsteht bei fast jedem, und sie trifft auf ein Jahr, in dem selten Reserven vorhanden sind.
Fremdes Geld auf dem eigenen Konto
Die vereinnahmte Umsatzsteuer gehört nie dem Betrieb. Sie wird beim Kunden erhoben und an das Finanzamt weitergereicht; dazwischen liegt sie lediglich auf dem Geschäftskonto. Wer diesen Betrag als verfügbar betrachtet, arbeitet mit fremdem Geld — und bemerkt es erst, wenn die Voranmeldung fällig wird.
Der Takt der Voranmeldung, die Dauerfristverlängerung und die Frage, wie eine hohe Zahllast bei unverändertem Gewinn entsteht, stehen unter Umsatzsteuervoranmeldung. Ob überhaupt Umsatzsteuer anfällt, entscheidet die Kleinunternehmerregelung — eine Wahl, die nicht nur eine Erleichterung ist, sondern den Vorsteuerabzug kostet.
Die Pflichten, die keine Rechnung sind
Drei Themen dieses Bereichs lassen sich nicht ausrechnen, sondern nur einhalten. Sie tauchen im Alltag als Kleinigkeit auf und werden erst bei einer Prüfung teuer.
Die Gewinnermittlung läuft für die meisten Selbstständigen über die Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG. Sie ist einfach, solange man das Zufluss-Abfluss-Prinzip kennt — und heikel an den drei Stellen, an denen es gerade nicht gilt. Die Belegführung entscheidet, ob Ausgaben anerkannt werden; digitale Belege müssen dabei Anforderungen an Unveränderbarkeit und Nachvollziehbarkeit erfüllen. Und die E-Rechnung ist seit 2025 im Geschäft zwischen Unternehmen keine Option mehr, jedenfalls nicht auf der Empfangsseite.
Dazu kommt die Frage nach dem getrennten Konto, die rechtlich anders ausfällt als praktisch: Geschäftskonto: Pflicht für Selbstständige? Die übrigen drei Themen stehen unter Einnahmenüberschussrechnung, Belege aufbewahren und E-Rechnung: wer sie annehmen muss.
Womit sich das führen lässt
Nichts davon verlangt eine Software. Das Gesetz fordert nachvollziehbare Aufzeichnungen, nicht ein bestimmtes Werkzeug — wer wenige Belege im Monat bewegt, kommt mit einer sorgfältig geführten Tabelle weit.
Der Nutzen entsteht an drei Stellen: bei der Belegerfassung, bei der elektronischen Übermittlung an das Finanzamt und bei strukturierten Rechnungsformaten, die sich von Hand kaum erzeugen lassen. Welche Anforderungen sich daraus je nach Betrieb ergeben, steht im Überblick zu Buchhaltungssoftware — der einzigen Seite dieses Bereichs mit Provisionslinks.
Zwei Reserven, nicht eine
Der private Notgroschen deckt Miete und Einkäufe. Er deckt nicht die Büromiete, die Softwarelizenzen und die Versicherungen, die auch dann weiterlaufen, wenn drei Monate kein Auftrag hereinkommt. Beides in einen Topf zu legen, führt regelmäßig dazu, dass die betriebliche Seite unterschätzt wird.
Die betriebliche Reserve hängt außerdem an einer Größe, die mit der Auftragslage nichts zu tun hat: dem Zahlungsziel. Wer 30 Tage einräumt und pünktlich bezahlt wird, hat dauerhaft rund einen Monatsumsatz nicht auf dem Konto. Das ist kein Risiko, sondern ein Dauerzustand — er muss finanziert sein. Die Rechnung dazu steht unter Die Reserve, die eine Flaute überbrückt.
Typische Fehler
Sechs Muster wiederholen sich, unabhängig von Branche und Größe. Alle sechs sind Rechenfehler, keine Charakterfragen.
Erstens: die Rücklage vom Umsatz statt vom Gewinn bilden. Zweitens: den Stundensatz aus gearbeiteten statt aus abrechenbaren Stunden herleiten. Drittens: die vereinnahmte Umsatzsteuer als verfügbares Geld behandeln. Viertens: im zweiten Jahr nur die einfache Jahressteuer erwarten. Fünftens: die Kleinunternehmerregelung als reine Erleichterung wählen, ohne den verlorenen Vorsteuerabzug gegenzurechnen. Sechstens: Urlaub und Krankheit in der Kalkulation vergessen — beides erscheint erst dann als Kostenposition, wenn es eintritt.
Glossar
Acht Begriffe, die in diesem Bereich immer wieder vorkommen. Jeder ist einzeln verlinkbar.
- Umsatz
- Alles, was für Leistungen in Rechnung gestellt wird — vor jedem Abzug. Die Zahl, die am wenigsten über die eigene Lage aussagt und trotzdem am häufigsten genannt wird.
- Gewinn
- Umsatz abzüglich Betriebsausgaben. Die Größe, auf die Einkommensteuer erhoben wird — unabhängig davon, ob das Geld noch im Betrieb liegt oder längst ausgegeben ist.
- Privatentnahme
- Geld, das der Einzelunternehmer aus dem Betrieb ins Private überführt. Sie mindert den Gewinn nicht und ist deshalb kein Gehalt.
- Deckungsbeitrag
- Preis abzüglich der Kosten, die nur bei Ausführung anfallen. Was übrig bleibt, deckt die Fixkosten — und erst danach entsteht Gewinn.
- Einnahmenüberschussrechnung
- Vereinfachte Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG: Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben, nach Zufluss und Abfluss statt nach Entstehung.
- Vorauszahlung
- Vierteljährliche Abschlagszahlung auf die Einkommensteuer des laufenden Jahres (§ 37 EStG), festgesetzt auf Grundlage des letzten bekannten Gewinns.
- Hebesatz
- Der Prozentsatz, mit dem die Gemeinde den Gewerbesteuer-Messbetrag multipliziert. Er unterscheidet sich zwischen Gemeinden um mehrere hundert Prozentpunkte.
- Zahlungsziel
- Die Frist, die dem Kunden zwischen Rechnung und Zahlung eingeräumt ist. Sie bestimmt, wie viel Geld dauerhaft nicht auf dem eigenen Konto liegt.
Rechtsquellen
- § 32a Abs. 1 EStG Einkommensteuertarif — fünf Zonen, zwei davon mit quadratischer Formel Bundesministerium der Justiz
- § 37 EStG Einkommensteuer-Vorauszahlung — fällig am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember Bundesministerium der Justiz
- § 11 GewStG Gewerbesteuer: Freibetrag von 24.500 Euro für natürliche Personen, Steuermesszahl 3,5 Prozent Bundesministerium der Justiz
- § 35 EStG Anrechnung des Vierfachen des Gewerbesteuer-Messbetrags auf die Einkommensteuer, begrenzt auf die gezahlte Gewerbesteuer Bundesministerium der Justiz
- § 3 Abs. 3 SolZG 1995 Freigrenzen der Bemessungsgrundlage: 20.350 Euro, bei Zusammenveranlagung 40.700 Euro Bundesministerium der Justiz
- § 4 SolZG 1995 Zuschlagssatz 5,5 Prozent, in der Milderungszone höchstens 11,9 Prozent des Unterschiedsbetrags Bundesministerium der Justiz
Alle Verweise führen auf die amtliche Fassung und wurden am 16.08.2026 aufgerufen. Sie öffnen in einem neuen Tab. Umsatzsteuer, Aufbewahrungsfristen und E-Rechnung sind hier nicht aufgeführt — die zugehörigen Normen stehen in den jeweiligen Artikeln, wo sie im Einzelnen behandelt werden.
Fazit
Die Selbstständigkeit ist finanziell weniger eine Frage des Verdienens als eine der Zuordnung. Vier Größen — Umsatz, Gewinn, Entnahme, Netto — und drei Töpfe — Betrieb, Steuer, privat — genügen, um die meisten Engpässe zu vermeiden, die im Nachhinein wie Auftragsprobleme aussehen.
Zwei Zahlen lohnen die Mühe, sie einmal genau auszurechnen statt zu schätzen: der Anteil der abrechenbaren Zeit, weil er den Stundensatz stärker bewegt als jede Kostenposition, und die Steuerlast des zweiten Jahres, weil sie doppelt anfällt und niemand darauf hinweist.
Zwei Entscheidungen fallen dabei einmal und tragen dann jahrelang mit: das Konto und die Buchhaltung. Beide sind hier durchgerechnet statt empfohlen — der Geschäftskonto-Vergleich rechnet Grundpreis und Buchungsentgelte für die Buchungszahl, die du einträgst; die Buchhaltungssoftware wird nach den Jahreskosten des Tarifs sortiert, der deine Anforderungen erfüllt. Beide Seiten sind als Werbung gekennzeichnet.
Allgemeine Information ohne Würdigung des Einzelfalls. Die Artikel und Rechner dieses Bereichs erklären allgemeine Regeln und führen allgemeine Berechnungen aus; sie sind keine Hilfeleistung in Steuersachen im Sinne des Steuerberatungsgesetzes und ersetzen keine Beratung durch die steuerberatenden Berufe.
Alle Artikel für Selbstständige
19 Beiträge
Kalkulation
- Stundensatz berechnen: die Rechnung von hinten Nicht der Marktpreis bestimmt die Untergrenze, sondern die eigene Kostenrechnung. Warum 40 Wochenstunden nie 40 bezahlte Stunden sind.
- Wie viel Umsatz für dein Wunscheinkommen Von 3.000 Euro netto zurück zum nötigen Jahresumsatz — über Steuern, Sozialversicherung und Betriebskosten.
- Fixkosten und der Break-even Ab welchem Umsatz die Kosten gedeckt sind — und warum der Deckungsbeitrag die wichtigere Zahl ist als der Gewinn.
- Privatentnahme ist kein Gehalt Warum der Einzelunternehmer sich nicht selbst anstellen kann, was er trotzdem entnehmen darf — und warum die Entnahme den Gewinn nicht mindert.
Steuern
- Steuerrücklage: wie viel zur Seite gehört Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Vorauszahlungen treffen zeitversetzt. Was das für die Rücklage bedeutet — und warum das zweite Jahr das teure ist.
- Einnahmenüberschussrechnung: was zählt wann Zufluss und Abfluss statt Soll und Haben. Wer die EÜR nutzen darf, welche Anlage das Finanzamt erwartet und wo das Prinzip Ausnahmen hat.
- Kleinunternehmerregelung: rechnen statt annehmen Keine Umsatzsteuer heißt auch: kein Vorsteuerabzug. Wann die Regelung Geld spart, wann sie Geld kostet und was beim Überschreiten passiert.
- Umsatzsteuervoranmeldung: Takt und Fristen Wer monatlich meldet, wer quartalsweise, was die Dauerfristverlängerung bringt — und warum die Umsatzsteuer nie dem Betrieb gehört.
Praxis
- Geschäftskonto: Pflicht für Selbstständige? Für Einzelunternehmer ist das getrennte Konto keine Pflicht, aber die billigste Versicherung gegen eine teure Betriebsprüfung.
- Belege: was aufzuheben ist und wie lange Papier, Scan oder beides — was die GoBD an digitale Belege stellt und welche Frist für welches Dokument läuft.
- E-Rechnung: wer sie annehmen muss Seit 2025 gilt die Empfangspflicht im B2B-Geschäft. Was ein PDF davon unterscheidet und welche Übergangsfristen beim Versand noch laufen.
- E-Rechnungsformate: XRechnung, ZUGFeRD, Peppol Acht Begriffe für eine Sache — und die Trennlinie, die am häufigsten fehlt: Das Format beschreibt die Datei, Peppol nur den Weg dorthin.
- Rechnungen an Behörden: XRechnung und Leitweg-ID Für den Bund gilt eine eigene Verordnung — mit einer Ausnahme bis 1.000 Euro und einem Feld, an dem die meisten ersten Versuche scheitern.
- Buchführung: welches System für dich gilt Fast alle Erklärungen im Netz lehren doppelte Buchführung mit Soll und Haben. Die meisten Selbstständigen brauchen davon kein einziges Wort.
- Kassenbuch: Pflicht, Kür und die Falle dazwischen Wer eine EÜR macht, braucht kein Kassenbuch — muss Bareinnahmen aber trotzdem einzeln aufzeichnen. Wer freiwillig eines führt, holt sich die volle GoBD ins Haus.
- Mahnung schreiben: was sie bewirkt und was nicht Verzug tritt kraft Gesetzes ein — die Mahnung ist nur einer von drei Wegen dahin und in den meisten Fällen gar nicht nötig. Was Sie tatsächlich verlangen können, und was die selbst gesetzte Mahngebühr wert ist.
- Übergabe an die Steuerkanzlei: das Exportformat entscheidet Welches Format die Kanzlei bekommt, entscheidet über einen Teil ihres Honorars. Die Frage gehört vor die Softwarewahl — nicht danach.
- Arbeitszeit erfassen: was gilt und was nur geplant ist Die Pflicht besteht seit dem BAG-Beschluss von 2022 — die elektronische Pflicht dagegen steht bis heute nur in einem Entwurf. Was kleine Betriebe wirklich tun müssen.
Risiko
- Die Reserve, die eine Flaute überbrückt Der private Notgroschen deckt die Miete, nicht die Betriebskosten. Wie groß die zweite Reserve sein muss und woraus sie sich bemisst.
Häufige Fragen
Wie viel Umsatz brauche ich als Selbstständiger?
Das hängt an vier Größen: dem gewünschten Nettoeinkommen, den Betriebskosten, den Beiträgen zu Kranken- und Altersvorsorge und der Einkommensteuer auf den Gewinn. Die verbreiteten Faustfaktoren — das 2,3- bis 3,2-Fache des Wunschnettos — verdecken, dass der Steueranteil mit dem Gewinn steigt.
Der Stundensatz- und Umsatzrechner dieser Seite rechnet die Kette rückwärts durch: vom Wunschnetto über Vorsorge und Steuertarif zum Gewinn und von dort über die Betriebskosten zum Umsatz.
Wie viel Prozent muss ich für Steuern zurücklegen?
Es gibt keine feste Quote. Der Einkommensteuertarif nach § 32a EStG steigt mit dem Gewinn an; bei einem kleinen Gewinn liegt der Anteil im niedrigen zweistelligen Bereich, bei hohen Gewinnen nähert er sich dem Spitzensteuersatz.
Die häufig genannten 30 bis 50 Prozent sind für einen Teil der Selbstständigen zu hoch und für einen anderen zu niedrig. Entscheidend ist außerdem der Zeitpunkt: Im zweiten Jahr fallen Nachzahlung und Vorauszahlungen zusammen.
Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn?
Umsatz ist alles, was in Rechnung gestellt wird. Gewinn ist das, was nach Abzug der Betriebsausgaben davon übrig bleibt — und nur der Gewinn wird versteuert.
Der häufigste Fehler beim Rechnen ist, die Steuerrücklage vom Umsatz statt vom Gewinn zu bilden. Bei hohen Betriebskosten legt man dann zu viel zurück, bei niedrigen zu wenig.
Darf ich mir als Einzelunternehmer ein Gehalt zahlen?
Nein. Ein Einzelunternehmer kann keinen Arbeitsvertrag mit sich selbst schließen. Was er entnimmt, ist eine Privatentnahme.
Die Entnahme mindert den Gewinn nicht und ist deshalb steuerlich unerheblich. Versteuert wird der Gewinn — auch der Teil, der im Betrieb geblieben ist.
Brauche ich ein Geschäftskonto?
Gesetzlich vorgeschrieben ist es für Einzelunternehmer und Freiberufler nicht; Pflicht ist es für Kapitalgesellschaften. Viele Banken untersagen die geschäftliche Nutzung eines Privatkontos allerdings in ihren Bedingungen.
Praktisch spricht der Nachweis dafür: Vermischen sich private und betriebliche Zahlungen auf einem Konto, wird jede Prüfung aufwendig — und im Streitfall trägt der Betrieb die Beweislast.
Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung?
Sie erspart die Umsatzsteuer auf den eigenen Rechnungen — und kostet zugleich den Vorsteuerabzug auf alle Eingangsrechnungen.
Für wen sie günstig ist, entscheidet die Kundenstruktur: Wer überwiegend an Privatkunden liefert und wenig investiert, gewinnt. Wer an Unternehmen liefert, die die Umsatzsteuer ohnehin abziehen können, verschenkt den Vorsteuerabzug.
Gehört die Umsatzsteuer in meine Rücklage?
Sie gehört auf ein eigenes Konto, nicht in denselben Topf. Die vereinnahmte Umsatzsteuer war nie Geld des Betriebs — sie wird lediglich weitergereicht.
Wer sie mit der Steuerrücklage vermischt, verliert die Grenze zwischen eigenem und fremdem Geld. Genau daraus entstehen die Engpässe, die im Nachhinein wie ein Auftragsproblem aussehen.
Wie hoch sollte meine Rücklage für Auftragsflauten sein?
Es sind zwei Reserven, die getrennt gehören: die private für die Lebenshaltung und die betriebliche für Fixkosten und offene Forderungen.
Die betriebliche Größe hängt weniger an einer Monatszahl als am Zahlungsziel und am Anteil der Fixkosten. Wer 30 Tage Zahlungsziel einräumt, hat dauerhaft einen Monatsumsatz nicht auf dem Konto — unabhängig von der Auftragslage.
Muss ich E-Rechnungen empfangen können?
Im inländischen Geschäft zwischen Unternehmen gilt die Empfangspflicht seit dem 1. Januar 2025. Für den Versand laufen Übergangsregelungen.
Ein PDF ist keine E-Rechnung: Verlangt ist ein strukturiertes Format nach der europäischen Norm EN 16931, etwa XRechnung oder ZUGFeRD.
Ersetzt dieser Bereich einen Steuerberater?
Nein. Die Artikel erklären allgemeine Regeln, die Rechner führen allgemeine Berechnungen aus. Beides würdigt keinen Einzelfall.
Die Beurteilung des eigenen Falls und die Erstellung der Steuererklärung sind den steuerberatenden Berufen vorbehalten (§ 2, § 3 StBerG). Diese Seite ersetzt das nicht und will es nicht.