Rechner
Entnahmerechner
Wie lange ein Depot eine monatliche Entnahme trägt — und ab welchem Betrag die Substanz erhalten bleibt, statt aufgezehrt zu werden.
Verlauf
Der Kapitalverzehr verläuft nicht gleichmäßig: Anfangs trägt die Rendite einen großen Teil der Entnahme, später sinkt der Bestand immer schneller, weil weniger Kapital arbeitet — und die Entnahme zugleich mit der Inflation steigt.
| Jahr | Entnahme p. a. | Entnommen kumuliert | Restkapital |
|---|
Monatliche Verzinsung, Entnahme zum Monatsende, jährliche Anpassung der Entnahme um den Inflationssatz. Die Renditeannahme wird als effektiver Jahreswert behandelt. „Substanzerhaltend bis" ist die monatliche Entnahme im ersten Jahr, bei der das Kapital nach 30 Jahren nominal erhalten bliebe — die Zeile darunter dieselbe Frage in Kaufkraft. Der Unterschied ist kein Detail: Ein Depot, das nach dreißig Jahren nominal noch dasteht, hat bei zwei Prozent Inflation rund 45 Prozent seiner Kaufkraft verloren.
Wie dieser Rechner rechnet
| Baustein | Wie gerechnet wird |
|---|---|
| Schrittweite | Monatlich. Die Jahresrendite wird zinseszinskonform auf einen Monatssatz umgerechnet, nicht durch zwölf geteilt |
| Reihenfolge im Monat | Erst wird das Kapital verzinst, dann wird entnommen |
| Inflationsanpassung | Die Rate steigt am Ende jedes Jahres um die angenommene Inflation — die Kaufkraft der Entnahme bleibt damit konstant |
| Erschöpfung | Reicht das Kapital nicht mehr für eine volle Rate, wird der Rest entnommen und der Monat festgehalten. Auch ein exaktes Aufbrauchen wird als Erschöpfung gewertet |
| Substanzerhaltende Rate | Per Intervallhalbierung: die höchste Startentnahme, bei der nach 30 Jahren noch das Anfangskapital steht |
| Rundung | Gerechnet wird ungerundet, gerundet erst bei der Anzeige |
Der Rechner unterstellt eine gleichmäßige Rendite. Das ist die wesentliche Vereinfachung: In der Wirklichkeit entscheidet auch die Reihenfolge der Renditen — ein schwacher Start zehrt stärker am Kapital als dasselbe schwache Jahr später. Steuern auf die Entnahme sind ebenfalls nicht abgebildet.
Modellrechnung mit konstanter Rendite. Reale Märkte schwanken, und für Entnahmen ist die Reihenfolge der Renditen entscheidend: Schwache Jahre zu Beginn verkürzen die Reichweite erheblich gegenüber diesem Modell. Die Rechnung erfolgt vor Steuern und ist keine Prognose und keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Wie lange reicht mein Kapital bei einer monatlichen Entnahme?
Das hängt vom Verhältnis zwischen Entnahme und Rendite ab. Liegt die jährliche Entnahme unter dem Ertrag des Kapitals, bleibt der Bestand erhalten oder wächst weiter — die Reichweite ist dann rechnerisch unbegrenzt.
Übersteigt die Entnahme den Ertrag, wird die Substanz angegriffen und der Bestand sinkt zunehmend schneller, weil weniger Kapital arbeitet. Der Rechner auf dieser Seite zeigt beide Fälle.
Was ist das Rendite-Reihenfolge-Risiko?
Bei einer Entnahme entscheidet nicht nur die durchschnittliche Rendite über das Ergebnis, sondern auch ihre zeitliche Abfolge. Fallen schwache Jahre an den Anfang der Entnahmephase, werden Anteile zu niedrigen Kursen verkauft.
Dieses Kapital fehlt dauerhaft und kann an einer späteren Erholung nicht mehr teilnehmen. Zwei Verläufe mit identischer Durchschnittsrendite können deshalb völlig unterschiedlich enden — ein Grund, warum Modellrechnungen mit konstanter Rendite die Lage tendenziell zu günstig darstellen.
Was besagt die 4-Prozent-Regel?
Die Regel stammt aus einer US-Studie und besagt vereinfacht, dass eine anfängliche jährliche Entnahme von vier Prozent des Depotwerts über einen Zeitraum von 30 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum vorzeitigen Aufbrauchen führte.
Sie ist keine Naturkonstante: Die Untersuchung beruht auf historischen US-Marktdaten, einer bestimmten Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen und lässt Steuern sowie Kosten außer Betracht. Als grober Orientierungspunkt taugt sie, als Zusage nicht.
Was heißt hier „substanzerhaltend"?
Der Rechner gibt zwei Beträge aus. Der erste ist die Entnahme im ersten Jahr, bei der nach dreißig Jahren nominal noch derselbe Betrag im Depot steht wie am Anfang. Der zweite beantwortet dieselbe Frage in Kaufkraft: Er hält den Bestand real.
Zwischen beiden liegt der Inflationsausgleich, und er ist groß. Wer nur den nominalen Wert betrachtet, hält ein Depot für erhalten, dessen Kaufkraft in dreißig Jahren bei zwei Prozent Inflation um rund 45 Prozent gesunken ist.
Sind die Ergebnisse vor oder nach Steuern?
Vor Steuern. Bei einer Entnahme durch Anteilsverkäufe fällt auf den enthaltenen Gewinnanteil Abgeltungsteuer an, bei Ausschüttungen auf den Ertrag.
Die tatsächlich verfügbare Entnahme liegt daher unter dem eingegebenen Betrag. Wie viel netto bleibt, lässt sich mit dem Steuerrechner abschätzen.