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Zinsen & Anleihen

Die planbarste Form von Cashflow: Höhe und Zeitpunkt stehen im Voraus fest. Der Preis dieser Planbarkeit ist, dass die Inflation still am Ertrag zehrt — und zwar auch dann, wenn das Konto im Plus steht.

Ertrag

Zins oder Kupon, fest terminiert

Kosten

Meist keine, bei Anleihen Ordergebühr

Risiko

Inflation, Ausfall, Zinsänderung

Liquidität

Täglich bis laufzeitgebunden

Was kommt rein?

Bei Tages- und Festgeld überlässt du einer Bank Geld und erhältst dafür Zinsen. Bei einer Anleihe leihst du einem Staat oder Unternehmen Kapital und bekommst einen festen Kupon sowie am Laufzeitende den Nennwert zurück. In beiden Fällen ist der Zahlungsstrom im Voraus bekannt — das unterscheidet diese Klasse von allen anderen auf dieser Seite.

FormVerfügbarkeitZinssatzKursrisiko
TagesgeldTäglichVariabelKeines
FestgeldErst zum LaufzeitendeFestKeines
AnleiheBörslich handelbarFester KuponJa, bei Verkauf vor Fälligkeit

Die entscheidende Größe ist nicht der ausgewiesene Nominalzins, sondern der Realzins — Nominalzins minus Inflationsrate. Liegt die Inflation darüber, verliert das Guthaben Kaufkraft, obwohl der Kontostand steigt. Das ist der Grund, warum „sicher“ und „werterhaltend“ nicht dasselbe sind.

Der Realzins im Moment

Als Anhaltspunkt, was am Markt ohne Ausfallrisiko zu holen ist — und was die Inflation davon nimmt:

+3,15 %

Rendite 10-jähriger Bundeswertpapiere

+2,00 %

Inflationsrate Deutschland (HVPI)

+1,15 %

Realzins — der Rest nach Kaufkraftverlust

Quelle: Deutsche Bundesbank und Eurostat · Stand 29.07.2026 · Inflation: Stand Dezember 2025. Werte werden beim Seitenaufbau abgerufen.

Diese Gegenüberstellung ist der ehrlichste Blick auf verzinste Anlagen: Der Nominalzins ist das Versprechen, der Realzins das Ergebnis. Und weil auf den Zinsertrag noch Abgeltungsteuer anfällt, liegt das tatsächliche Ergebnis nochmals darunter.

Abbau des Nominalzinses: Nach Abzug von Inflation und Abgeltungsteuer bleibt vom Zinsertrag nur ein Bruchteil als realer Ertrag übrig.
Der Nominalzins ist das Versprechen, der reale Ertrag nach Inflation und Steuern das Ergebnis.

Was geht ab?

Tages- und Festgeld sind in der Regel gebührenfrei; die Bank verdient an der Zinsmarge. Bei Anleihen fallen Ordergebühren und Spread an, bei Anleihe-ETFs zusätzlich eine laufende Kostenquote.

Der eigentliche Abzug ist unsichtbar und heißt Inflation. Bei Lockangeboten kommt ein zweiter hinzu: Aktionszinsen gelten oft nur wenige Monate und nur für Neukunden. Wer nicht rechtzeitig wechselt, landet auf einem deutlich niedrigeren Standardsatz — der Aufwand des Wechselns ist ein realer, wenn auch unbezifferter Kostenblock.

Was kann schiefgehen?

Bei Angeboten mit auffällig hohem Zins lohnt der Blick, welche Einlagensicherung greift und in welchem Land sie beheimatet ist. Ein Zinsaufschlag ist keine Freundlichkeit, sondern der Preis für ein Risiko, das jemand bewertet hat.

Wie schnell wieder raus?

Tagesgeld ist arbeitstäglich verfügbar. Festgeld ist bis zum Laufzeitende gebunden; eine vorzeitige Auflösung ist je nach Bedingungen gar nicht oder nur mit Zinsverlust möglich. Anleihen lassen sich börslich verkaufen, dann allerdings zum aktuellen Kurs — mit dem oben beschriebenen Kursrisiko.

Für Rücklagen, die jederzeit verfügbar sein müssen, ist Tagesgeld die passende Form. Eine Zinstreppe aus mehreren Festgeldern mit gestaffelten Laufzeiten ist der übliche Kompromiss zwischen Ertrag und Verfügbarkeit.

Was der Fiskus nimmt

Zinsen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und werden voll besteuert. Eine Teilfreistellung wie bei Fonds gibt es nicht, der Sparerpauschbetrag gilt aber auch hier.

Bei inländischen Banken wird die Steuer automatisch einbehalten. Zinsen von ausländischen Instituten musst du selbst in der Anlage KAP erklären — ein Punkt, der bei attraktiv verzinsten Auslandsangeboten regelmäßig übersehen wird.

Nachrechnen

Was vom Zinsertrag nach Steuern übrig bleibt:zum Steuerrechner.

Risikohinweis

Auch verzinste Anlagen sind nicht risikofrei: Kaufkraftverlust durch Inflation, Ausfall des Emittenten und Kursverluste bei vorzeitigem Verkauf sind möglich. Dieser Text ist allgemeine Information und keine Anlageberatung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Nominalzins und Realzins?

Der Nominalzins ist der Satz, den die Bank ausweist. Der Realzins ist der Nominalzins abzüglich der Inflationsrate und beschreibt die tatsächliche Kaufkraftveränderung.

Liegt die Inflation über dem Nominalzins, ist der Realzins negativ: Das Guthaben wächst nominal, verliert aber an Kaufkraft. Für die Frage, ob eine Anlage etwas bringt, zählt allein der Realzins.

Wie hoch ist die gesetzliche Einlagensicherung?

In der Europäischen Union sind Bankeinlagen je Kunde und Institut bis zu einer gesetzlich festgelegten Höhe abgesichert — die Grenze ist EU-weit einheitlich geregelt und liegt im sechsstelligen Bereich pro Person und Bank.

Entscheidend ist die Formulierung „je Institut": Mehrere Konten bei derselben Bank werden zusammengezählt. Wer größere Summen absichern will, verteilt sie auf mehrere Institute — und prüft, ob zwei Marken nicht zur selben Bank gehören.

Warum fällt der Kurs einer Anleihe, wenn die Zinsen steigen?

Eine bereits ausgegebene Anleihe zahlt einen festen Kupon. Steigt das allgemeine Zinsniveau, sind neue Anleihen attraktiver — die alte wird nur noch mit einem Kursabschlag gekauft, der die Renditedifferenz ausgleicht.

Je länger die Restlaufzeit, desto stärker der Effekt. Wer bis zur Fälligkeit hält, bekommt dennoch den Nennwert zurück; der Kursverlust wird nur dann real, wenn vorher verkauft wird.

Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?

Tagesgeld ist täglich verfügbar, der Zinssatz ist variabel und kann jederzeit angepasst werden. Festgeld bindet den Betrag für eine feste Laufzeit zu einem garantierten Satz.

Der Aufschlag beim Festgeld ist die Vergütung für den Verzicht auf Verfügbarkeit. Steigen die Zinsen während der Laufzeit, bleibst du auf dem alten Satz sitzen.

Sind Anleihen sicherer als Aktien?

Anleihegläubiger werden im Insolvenzfall vor Aktionären bedient, und der Rückzahlungsbetrag steht bei Emission fest. In dieser Hinsicht ist das Risikoprofil anders gelagert.

Sicher sind sie deshalb nicht: Es bleiben das Ausfallrisiko des Emittenten, das Zinsänderungsrisiko auf den Kurs und das Inflationsrisiko auf die Kaufkraft. Eine Anleihe eines wirtschaftlich angeschlagenen Schuldners kann riskanter sein als eine breit gestreute Aktienanlage.

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