Rechner
Was vom Index beim Anleger ankommt
Ein Index kennt keine Steuer. Ein Fonds hat einen Sitz — und auf jede Dividende aus dem Ausland behält der Quellenstaat etwas ein. Wie viel davon hängen bleibt, entscheidet das Abkommen zwischen beiden Staaten.
Was auffällt
Aus deinen Eingaben abgeleitet
Derselbe Fonds, ein anderes Abkommen
Nur der Quellensteuersatz ändert sich
| Fall | Satz | Leckage p. a. | Rückstand p. a. | Endwert |
|---|
Die Formel dahinter
Die Quellensteuerbelastung eines Fonds ist ein Produkt aus drei Faktoren, und deshalb lässt sie sich im Kopf abschätzen:
Länderanteil × Dividendenrendite × Quellensteuersatz.
Jeder Faktor wirkt gleich stark. Ein Index mit hoher Dividendenrendite verliert mehr als ein wachstumslastiger, ein Fonds mit hohem US-Anteil mehr als ein europäischer — und ein Domizil ohne Abkommensschutz mehr als eines mit.
Die beiden Sätze, um die es geht
| Fall | Satz | Fundstelle |
|---|---|---|
| US-Dividenden ohne Abkommensschutz | 30 % | 26 U.S.C. § 871(a)(1)(A) |
| US-Dividenden bei irischem Fondsdomizil | 15 % | Art. 10 Abs. 2 DBA USA–Irland vom 28. Juli 1997 (Portfoliodividenden), bestätigt im Senatsbericht |
Quelle: Internal Revenue Code (Cornell Law School, Legal Information Institute) · Stand 31.07.2026 · 26 U.S.C. § 871(a)(1)(A)
Quelle: U.S. Senate, Executive Report 105-13 zur Tax Convention with Ireland · Stand 31.07.2026 · Art. 10 Abs. 2 DBA USA–Irland vom 28. Juli 1997 (Portfoliodividenden), bestätigt im Senatsbericht
Für andere Domizile nennt dieser Rechner bewusst keine Sätze. Die Abkommenslage hängt nicht nur am Sitzstaat, sondern auch daran, ob das jeweilige Fondsvehikel überhaupt als abkommensberechtigt gilt — eine Frage, die sich nicht in einer Tabellenzeile beantworten lässt. Wer den Satz seines Fonds wissen will, findet ihn nicht im Factsheet, sondern näherungsweise in der veröffentlichten Tracking Difference.
Was der Rechner nicht abbildet
Die Steuer auf Anlegerebene. Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Vorabpauschale kommen zu allem hier Gerechneten noch hinzu — sie stehen im Steuerrechner. Was bei einer direkt gehaltenen Auslandsaktie einbehalten und davon angerechnet wird, rechnet der Quellensteuer-Rechner: Dort ist die Steuer anrechenbar, hier im Fonds nicht. Ebenso wenig abgebildet sind Handelskosten des Fonds, Swap-Gebühren bei synthetischer Replikation und Kursschwankungen: Gerechnet wird mit gleichmäßiger Wertentwicklung.
Die Systematik erklärt Fondsdomizil und Quellensteuer. Wie sich die Abweichung messen lässt, steht unter TER und Tracking Difference; was die Replikationsmethode damit zu tun hat, unter physisch oder synthetisch.
Wie dieser Rechner rechnet
| Baustein | Wie gerechnet wird |
|---|---|
| Leckage je Land | Länderanteil mal Dividendenrendite mal Quellensteuersatz. Bei 65 % US-Anteil, 1,5 % Dividendenrendite und 15 % Quellensteuer sind das 0,146 % pro Jahr |
| Warum nicht anrechenbar | Die Steuer zahlt der Fonds, nicht der Anleger. Seit der Investmentsteuerreform tritt an ihre Stelle pauschal die Teilfreistellung — die Leckage mindert schlicht die Wertentwicklung |
| Gegenposten | Ertragsseitige Effekte wie Wertpapierleihe und Optimierung der Dividendenvereinnahmung werden gegengerechnet |
| Abweichung vom Index | Kostenquote plus Leckage minus Gegenposten ergibt die erwartete Tracking Difference |
| Umrechnung in Euro | Über die Haltedauer, weil Zehntelprozentpunkte pro Jahr sonst harmlos aussehen |
| Quellensteuersätze | Eingaben, keine Annahmen des Kerns. Die beiden als Tatsache genannten Werte — 30 % gesetzlicher US-Satz, 15 % Abkommenssatz für Irland — stehen mit Fundstelle in den Jahreswerten |
| Rundung | Gerechnet wird ungerundet, gerundet erst bei der Anzeige |
Der Rechner erklärt damit eine dauerhafte Abweichung, keine Momentaufnahme. Kurzfristige Unterschiede zwischen Fonds und Index haben andere Ursachen — Bewertungszeitpunkte, Sampling, Währungsstichtage —, die sich über die Jahre ausgleichen. Die Quellensteuerleckage tut das nicht.
Modellrechnung mit gleichmäßiger Wertentwicklung, keine Prognose. Länderanteile und Dividendenrenditen schwanken, Abkommen werden geändert. Steuerliche Angaben betreffen Privatanleger in Deutschland und den aktuellen Rechtsstand. Dieser Rechner ist allgemeine Information und keine Steuer- oder Anlageberatung.
Häufige Fragen
Warum liegt mein ETF hinter dem Index?
Weil ein Index eine Rechengröße ohne Kosten und ohne Steuerpflicht ist, ein Fonds aber ein Rechtsträger mit Sitz in einem Staat. Er zahlt eine Kostenquote, und auf Dividenden aus dem Ausland behält der Quellenstaat etwas ein.
Beide Posten zusammen ergeben die Abweichung, die als Tracking Difference gemessen wird. Sie ist normalerweise positiv — ein Fonds, der den Index dauerhaft schlägt, ist die Ausnahme und hat dafür einen Grund.
Kann ich mir die Quellensteuer anrechnen lassen?
Bei einer direkt gehaltenen Auslandsaktie ja, bis zur Höhe des Abkommenssatzes. Bei einem Fonds nicht: Die Steuer hat der Fonds gezahlt, nicht du.
Seit der Investmentsteuerreform tritt an ihre Stelle pauschal die Teilfreistellung. Die Quellensteuer im Fondsvermögen ist damit endgültig verloren und mindert schlicht die Wertentwicklung.
Wie hoch ist der US-Einbehalt?
Gesetzlich 30 % auf Dividenden an Ausländer (26 U.S.C. § 871(a)(1)(A)). Über ein Doppelbesteuerungsabkommen kann er sinken.
Für ein irisches Fondsdomizil sieht das Abkommen mit den USA 15 % auf Streubesitzdividenden vor. Der Unterschied von fünfzehn Punkten wirkt auf jeden Dividendeneuro, jedes Jahr.
Wie groß ist der Effekt in Zahlen?
Er ist ein Produkt aus drei Faktoren: Länderanteil mal Dividendenrendite mal Quellensteuersatz. Bei 65 Prozent US-Anteil, 1,8 Prozent Dividendenrendite und 15 Prozent Einbehalt sind das 0,18 Prozentpunkte pro Jahr.
Das klingt nach nichts und liegt in der Größenordnung der Kostenquote. Über dreißig Jahre und 50.000 Euro summiert es sich auf einen fünfstelligen Betrag.
Sollte ich deshalb das Fondsdomizil wechseln?
Ein Wechsel ist steuerlich ein Verkauf und löst Abgeltungsteuer auf den gesamten Buchgewinn aus. Bei einem bestehenden Depot übersteigt das den Vorteil regelmäßig um ein Vielfaches.
Für neue Käufe ist das Domizil dagegen ein Auswahlkriterium wie die Kostenquote — nur eines, das in keinem Factsheet als Zahl steht.
Werden meine Eingaben gespeichert?
Nein. Die Berechnung läuft vollständig im Browser. Es werden keine Eingaben an einen Server übertragen, gespeichert oder ausgewertet.