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Geschäftskonto für Selbstständige
Von Philipp Busch Aktualisiert am Konditionen von 5 Konten an den Preisseiten der Anbieter erhoben, Stand 01.09.2026
„Kostenloses Geschäftskonto" ist der meistgesuchte Begriff dieses Feldes und fast immer irreführend: Kostenlos ist der Grundpreis, nicht das Konto. Sobald die Freimenge an Buchungen überschritten ist, kann ein Konto ohne Grundpreis teurer werden als eines mit. Die Tabelle unten rechnet das für deine Buchungszahl.
Die Antwort in Kurzform
Bei fünf Buchungen im Monat führt bunq Free Business mit 0 € im Jahr. Bei sechzig Buchungen und einer Karte steht bunq Free Business vorn — und Commerzbank KlassikGeschäftskonto, bei fünf Buchungen noch kostenlos, liegt dann bei 382 € im Jahr.
Das ist die ganze Aussage dieser Seite: Die Frage „welches Geschäftskonto" hat keine Antwort ohne die Frage „wie viele Buchungen". Ein Grundpreis von null ist kein Preis, sondern der Anfang einer Rechnung.
Wenn der Preis entschieden ist, entscheidet der Rest: ob das Konto deiner Rechtsform offensteht, wer es führt und ob es sich an deine Buchhaltung anschließen lässt.
Der Vergleich bei deinem Zahlungsverkehr
Was das Konto bei deinem Zahlungsverkehr kostet
Sortiert wird nach den Jahreskosten bei deiner Buchungszahl — Grundpreis plus Entgelte über der Freimenge, gerechnet mit dem Listenpreis. Die Höhe der Vergütung sortiert nicht mit: Welcher Partner oben steht, entscheidet die Rechnung.
Werbung. Aufgeführt sind nur Konten mit Vergütungsvereinbarung — das ist keine vollständige Marktübersicht. Weitere Anbieter im Markt
5 Partnerkonten, sortiert nach den Jahreskosten bei 20 Buchungen im Monat.
| Anbieter | 1 bunq Free Business | 2 bunq Core Business | 3 bunq Pro Business | 4 Commerzbank KlassikGeschäftskonto | 5 Commerzbank PremiumGeschäftskonto |
|---|---|---|---|---|---|
| Zum Anbieter | Zum Anbieter | Zum Anbieter | Zum Anbieter | Zum Anbieter | Zum Anbieter |
| Jahreskosten bei deiner Buchungszahl | 0,00 € * | 95,88 € * | 167,88 € * | 214,80 € | 418,80 € |
| Grundpreis im Monat | kostenlos | 7,99 € | 13,99 € | 15,90 € | 34,90 € |
| Kartenaufpreis im Monat | ohne Aufpreis | ohne Aufpreis | ohne Aufpreis | 5,90 € | ohne Aufpreis |
| Deutsche IBAN | ja | ja | ja | ja | ja |
| Unterkonten | 3 | 5 | 25 | ja, Anzahl nicht ausgewiesen | ja, Anzahl nicht ausgewiesen |
| Offen für | Freiberufler | ohne Einschränkung | ohne Einschränkung | ohne Einschränkung | ohne Einschränkung |
| Kontoführende Bank | bunq B.V. | bunq B.V. | bunq B.V. | Commerzbank AG | Commerzbank AG |
| Einlagensicherung | niederländisch (DNB), 100.000 € je Einleger | niederländisch (DNB), 100.000 € je Einleger | niederländisch (DNB), 100.000 € je Einleger | deutsch (EdB), 100.000 € je Einleger | deutsch (EdB), 100.000 € je Einleger |
| Mehrere Nutzer | ja | ja | ja | ja | ja |
| Fremdwährung | Fremdwährungen im Konto haltbar, internationale Konten je Tarif | Fremdwährungen im Konto haltbar, internationale Konten je Tarif | Fremdwährungen im Konto haltbar, internationale Konten je Tarif | Fremdwährungskonto mit über 25 Währungen, 9,90 € im Monat | Fremdwährungskonto mit über 25 Währungen, 9,90 € im Monat |
| Konditionen geprüft | 01.09.2026 | 01.09.2026 | 01.09.2026 | 01.09.2026 | 01.09.2026 |
* Der Anbieter veröffentlicht keine Buchungsfreimenge. Die Jahreskosten sind dann eine Untergrenze — was über einer etwaigen Freimenge anfällt, ist nicht bekannt. „Nicht erhoben" heißt genau das: Die Angabe wurde nicht nachgesehen; sie heißt nie „nein". Gerechnet werden Grundpreis, Buchungsentgelte über der Freimenge und der Kartenaufpreis — Bargeld, Fremdwährung und Auslandsüberweisungen nicht.
Warum „kostenlos" fast nie kostenlos ist
Ein Geschäftskonto kostet an zwei Stellen: einen Grundpreis im Monat und ein Entgelt je Buchung, sobald eine Freimenge überschritten ist. Beworben wird der Grundpreis, weil er sich in einer Zahl sagen lässt. Die Freimenge steht im Preisverzeichnis.
Der Effekt ist größer, als er klingt. Commerzbank KlassikGeschäftskonto räumt fünf freie Überweisungen im Monat ein und berechnet jede weitere. Bei fünf Buchungen kostet das Konto 191 € im Jahr, bei sechzig 382 € — ohne dass sich am Grundpreis etwas geändert hätte.
Deshalb ist die Buchungszahl die erste Eingabe dieser Seite und nicht eine Nebenangabe. Wer sie nicht kennt: Ein Blick in die letzten drei Kontoauszüge genügt, gezählt werden Ein- und Ausgänge zusammen.
Was die Anbieter nicht veröffentlichen
Von den 5 gerechneten Konten nennen 3 ihre Buchungsfreimenge auf der Preisseite nicht. Für sie steht in der Tabelle der Grundpreis — was über einer etwaigen Freimenge anfällt, ist schlicht nicht bekannt.
Diese Zeilen tragen deshalb den Vermerk Untergrenze. Das ist keine Spitzfindigkeit: Ohne ihn wäre die Tabelle systematisch zugunsten derer verzerrt, die am wenigsten offenlegen — sie stünden mit einer Zahl da, die vollständig aussieht und es nicht ist.
Wer eines dieser Konten in die engere Wahl nimmt, sollte die Frage vor der Eröffnung stellen. Die Antwort gehört ins Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht auf die Werbeseite.
Listenpreis oder Aktion
Zwei Konten in der Tabelle werben mit einem Einstiegspreis: einmal ist der Grundpreis für zwölf Monate erstattet, einmal gilt für zwei Jahre ein Viertel des Listenpreises. Beides ist real und beides ist befristet.
Gerechnet wird trotzdem der Listenpreis, und zwar aus einem einfachen Grund: Ein Geschäftskonto wechselt man selten. Wer nach zwei Jahren bleibt, zahlt ab dann den vollen Preis — und das ist die Zahl, die über die Haltedauer entscheidet. Die Aktion steht in der Zeile daneben, mit ihrer Bedingung.
Bei einer der beiden Aktionen ist die Bedingung ein Beratungsgespräch innerhalb von zwölf Monaten. Wer es nicht führt, zahlt den Listenpreis von Anfang an.
Was überhaupt als Buchung zählt
Die Freimenge nützt wenig, wenn unklar ist, was sie abdeckt. „Beleglose Buchung" ist der übliche Begriff, und er ist enger, als er klingt: Gezählt wird jeder Posten, der auf dem Auszug erscheint — ein Eingang genauso wie ein Ausgang.
Wer zwanzig Rechnungen im Monat schreibt und zwanzig Lieferanten bezahlt, hat vierzig Buchungen, nicht zwanzig. Dazu kommen die Posten, an die man zuerst nicht denkt:
- Daueraufträge — Miete, Leasing, Versicherung. Jede Ausführung ist eine eigene Buchung, auch wenn der Auftrag nur einmal eingerichtet wurde.
- Lastschriften, die andere bei dir einziehen: Telefon, Software-Abos, Berufsgenossenschaft. Auch das sind Posten.
- Kartenzahlungen. Bei den meisten Anbietern erscheint jede Zahlung mit der Debitkarte einzeln auf dem Konto. Wer die Karte für Tanken und Material nutzt, sammelt so schneller Buchungen als durch den eigentlichen Zahlungsverkehr.
- Eigenübertragungen. Die monatliche Überweisung auf das Privatkonto und die Rückbuchung aus der Steuerrücklage zählen mit.
Teurer wird es bei den beleghaften Vorgängen: Was am Schalter oder per Papier läuft, kostet bei Filialbanken ein Vielfaches der Onlinebuchung. Beim Commerzbank KlassikGeschäftskonto sind es fünf Euro je Kassenvorgang gegenüber zwanzig Cent je beleglosem Posten.
Für die eigene Zahl genügen die letzten drei Kontoauszüge: Zeilen zählen, durch drei teilen, aufrunden. Das ist genauer als jede Schätzung — und es ist die Zahl, die oben in die Tabelle gehört.
Bargeld: der übersehene Posten
Für die meisten Selbstständigen ist Bargeld kein Thema. Für Handwerk, Gastronomie, Einzelhandel und alle mit Kasse ist es der Posten, der die Kontowahl entscheidet — und der in Preisvergleichen fast nie auftaucht. Dieselbe Frage entscheidet übrigens auch über die Buchhaltung: Welche Programme mit Kasse und Material umgehen, steht unter Buchhaltung im Handwerk.
Der Grund liegt in der Bauart: Digitale Anbieter haben oft kein eigenes Automatennetz. Einzahlungen laufen dann über Partnernetze im Einzelhandel, mit Betragsgrenzen und einem Prozentsatz auf die Summe. Filialbanken nehmen ein festes Entgelt je Vorgang — beim Commerzbank KlassikGeschäftskonto sind es 2,50 Euro je Einzahlung am eigenen Automaten.
Die Rechnung dazu ist schnell gemacht: Wer zweimal in der Woche einzahlt, kommt auf gut hundert Vorgänge im Jahr. Bei 2,50 Euro sind das rund 260 Euro — mehr, als die meisten Konten im Jahr an Grundpreis kosten. Ein Konto, das beim reinen Zahlungsverkehr vorn liegt, kann daran scheitern.
Deshalb steht das Bargeldentgelt in der Tabelle, wo es erhoben ist. Wo es fehlt, fehlt die Zeile — und nicht etwa eine geschätzte Zahl.
Wer das Konto führt — und wer haftet
Die Marke auf der App ist nicht zwangsläufig die Bank. Mehrere Anbieter im Markt haben keine eigene Vollbanklizenz und führen das Konto über eine Partnerbank. Im Alltag merkt man davon nichts. Im Ernstfall entscheidet es alles: Gegenpartei ist die kontoführende Bank, und deren Einlagensicherung greift.
Der gesetzliche Schutz liegt europaweit bei 100.000 Euro je Einleger und Institut. Der Unterschied liegt darin, welches Sicherungssystem zahlt. Bei einer deutschen Bank ist es die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, bei einem Institut mit Sitz in den Niederlanden das dortige System unter Aufsicht der De Nederlandsche Bank. Beide beruhen auf derselben EU-Richtlinie; der Weg dorthin ist nicht unbedingt derselbe.
Zwei Punkte gehen dabei regelmäßig unter:
- Die Grenze gilt je Institut, nicht je Konto. Wer Giro- und Tagesgeldkonto bei derselben Bank führt, hat einmal 100.000 Euro Schutz, nicht zweimal.
- Sie gilt je Einleger. Bei einer GmbH ist die Gesellschaft die Einlegerin, nicht die Geschäftsführung — Geschäfts- und Privatguthaben werden also nicht zusammengezählt.
Für den Normalfall ist das kein Entscheidungskriterium: Wer weniger als 100.000 Euro auf dem Geschäftskonto hält, ist überall geschützt. Wer regelmäßig mehr hält — etwa weil die Steuerrücklage mitläuft —, sollte wissen, wo die Grenze verläuft.
Zugriff für Team und Steuerbüro
Sobald eine zweite Person mit dem Konto arbeitet, wird aus einer Komfortfrage eine Kostenfrage. Drei Stufen sind zu unterscheiden, und die Anbieter meinen mit „Teamzugriff" nicht immer dieselbe:
- Lesezugriff. Reicht dem Steuerbüro in vielen Fällen — und ist die datensparsamste Lösung, weil damit niemand Zahlungen auslösen kann.
- Vorbereitende Rechte. Eine Angestellte erfasst Zahlungen, freigegeben werden sie von dir. Das ist der Regelfall im kleinen Betrieb.
- Vollmacht. Eigenständige Verfügung über das Konto. Rechtlich ein anderer Vorgang — bei Filialbanken meist mit Legitimationsprüfung der bevollmächtigten Person.
Bei den Digitalanbietern ist der Teamzugang an den Tarif geknüpft und im kostenlosen Einstiegstarif nicht enthalten. Wer ihn braucht, rechnet also nicht mit dem beworbenen Nullpreis, sondern mit dem Tarif darüber. Die Tabelle zeigt je Zeile, ob Teamzugriff vorgesehen ist.
Praktisch am wichtigsten ist ein anderer Punkt: die Schnittstelle zur Buchhaltung. Ein Konto, das sich per Bankzugang an die Buchhaltungssoftware anbinden lässt, spart dem Steuerbüro den Auszugsimport — und dir die Rückfragen am Jahresende.
Unterkonten und die Steuerrücklage
Die häufigste Ursache für Zahlungsschwierigkeiten bei Selbstständigen ist keine schlechte Auftragslage, sondern eine Steuernachzahlung auf ein Jahr, dessen Geld längst ausgegeben ist. Umsatzsteuer, die man vereinnahmt hat, gehört einem nicht — und Vorauszahlungen zur Einkommensteuer kommen quartalsweise, unabhängig davon, wie der Monat lief.
Unterkonten sind dagegen das einfachste Mittel, das es gibt. Der Punkt sind nicht die Zinsen; der Punkt ist, dass Geld auf einem anderen Konto nicht nebenbei ausgegeben wird. Wer die Rücklage im laufenden Konto stehen lässt, greift sie irgendwann an — nicht aus Leichtsinn, sondern weil der Kontostand danach aussieht, als sei Luft da.
Zwei Unterkonten reichen für den Anfang: eines für die Umsatzsteuer, eines für die Einkommensteuer. Wie hoch die Rücklage ausfallen muss, rechnet der Steuerrücklagen-Rechner aus. Manche Anbieter automatisieren das und legen einen Prozentsatz jedes Eingangs beiseite; das ist bequem, ersetzt aber nicht die eigene Rechnung.
Beim Vergleich lohnt der Blick darauf, wie viele Unterkonten im Tarif enthalten sind. Bei den Digitalanbietern ist die Zahl gestaffelt und einer der Gründe, den nächsthöheren Tarif zu nehmen.
Fremdwährung und Zahlungen ins Ausland
Wer in Euro fakturiert und in Euro bezahlt, kann diesen Abschnitt überspringen. Für alle anderen ist er der Posten mit dem größten versteckten Preis — weil er nicht als Gebühr auftaucht, sondern im Wechselkurs steckt.
Zu unterscheiden sind zwei Dinge. Eine SEPA-Überweisung in Euro innerhalb Europas muss seit der SEPA-Verordnung dasselbe kosten wie eine Inlandsüberweisung — auch nach Frankreich oder Polen. Eine Fremdwährungszahlung ist etwas anderes: Dort kommen ein Aufschlag auf den Referenzkurs und je nach Bank eine Fremdspesenpauschale dazu.
Der Aufschlag steht selten im Preisverzeichnis, weil er kein Entgelt im rechtlichen Sinn ist, sondern im Kurs verrechnet wird. Genau deshalb lohnt es, ihn vor der Kontoeröffnung zu erfragen: Bei nennenswertem Auslandsgeschäft entscheidet er über die Kontowahl, nicht der Grundpreis.
Ein eigenes Fremdwährungskonto lohnt sich, sobald du in einer Währung sowohl einnimmst als auch ausgibst: Dann entfällt das Hin- und Zurücktauschen. Die Commerzbank berechnet dafür 9,90 Euro im Monat und führt über 25 Währungen; bei den Digitalanbietern sind Währungskonten je nach Tarif enthalten. Die Tabelle zeigt es je Zeile, wo es erhoben ist.
Kontokorrent: Luft im Konto
Ein Kontokorrentkredit — der Dispo des Geschäftskontos — ist teuer und trotzdem oft sinnvoll. Teuer, weil zweistellige Sollzinssätze üblich sind. Sinnvoll, weil er die Lücke überbrückt, die zwischen bezahltem Material und bezahlter Rechnung entsteht.
Für die Kontowahl zählt zunächst etwas anderes: Nicht jedes Konto sieht überhaupt eine Kreditlinie vor. Mehrere Digitalanbieter bieten keine an. Das ist kein Mangel — wer sie nicht braucht, zahlt auch nichts dafür. Wer sie später braucht, steht aber vor einem Kontowechsel.
Wer eine Linie einrichten möchte, tut das am besten, solange die Zahlen gut aussehen. Der Sollzins wird taggenau auf den in Anspruch genommenen Betrag berechnet, nicht auf die eingeräumte Summe — eine ungenutzte Linie kostet also nichts. Was die Inanspruchnahme kostet, rechnet der Kreditrechner aus.
Rechtsform und Anschluss an die Buchhaltung
- Die Rechtsform. Mehrere der günstigen Konten stehen nur Freiberuflern und Einzelunternehmen offen. Für GmbH und UG fällt die Auswahl deutlich kleiner aus — der Filter oben blendet die entsprechenden Zeilen aus.
- Wer das Konto führt. Nicht jeder Anbieter hat eine eigene Banklizenz. Im Ernstfall ist die kontoführende Bank die Gegenpartei, und ihre Einlagensicherung greift — nicht die Marke auf der App.
- Der Anschluss an die Buchhaltung. Wer bereits mit einer Buchhaltungssoftware arbeitet, sollte prüfen, ob sich das Konto anbinden lässt. Ein manueller Kontoauszugsimport kostet jeden Monat Zeit.
- Unterkonten. Sie sind der praktischste Weg, die Steuerrücklage vom laufenden Geld zu trennen. Wer das über ein einziges Konto löst, greift die Rücklage irgendwann an.
Und der Punkt, der vor allen anderen steht: dass es überhaupt ein getrenntes Konto gibt. Warum das auch ohne rechtliche Pflicht gilt, steht unter Geschäftskonto trennen .
Das Konto wechseln
Der häufigste Grund, beim teuren Konto zu bleiben, ist nicht der Preis, sondern die Vorstellung vom Aufwand. Die ist seit 2016 überholt: Das Zahlungskontengesetz verpflichtet Banken zu einer Kontowechselhilfe — die neue Bank fordert die Daueraufträge und Lastschriftmandate bei der alten an und informiert die Zahlungspartner.
Der Haken: Die Pflicht gilt für Verbraucher. Bei Geschäftskonten ist die Wechselhilfe freiwillig. Die meisten Banken bieten sie trotzdem an, aber es lohnt, vorher zu fragen — und im Zweifel die Umstellung selbst zu planen.
Vier Dinge, die man dabei nicht vergessen sollte:
- Das Finanzamt. Die neue Bankverbindung muss dorthin gemeldet werden, sonst laufen Erstattungen ins Leere und ein SEPA-Mandat für Vorauszahlungen greift nicht mehr.
- Zahlungsdienstleister und Plattformen. Auszahlungen laufen auf die hinterlegte IBAN. Die ändert niemand automatisch.
- Rechnungsvorlagen. Offene Rechnungen tragen die alte IBAN. Das alte Konto sollte deshalb einige Monate parallel laufen — auch wenn es Grundpreis kostet.
- Die Buchhaltungssoftware. Der Bankzugang muss neu eingerichtet werden, und der alte bleibt für die Historie bestehen.
Realistisch sind zwei bis drei Monate Parallelbetrieb. Gegen die Ersparnis gerechnet lohnt sich das schnell: Wer jährlich zweihundert Euro spart, hat den doppelten Grundpreis dieser Monate im ersten Jahr wieder drin.
Was diese Tabelle nicht leistet
Sie ist keine Marktübersicht. Geschäftskonten gibt es von Direktbanken, FinTechs, Sparkassen und Volksbanken in dreistelliger Zahl, und ein Teil davon ist für den eigenen Zuschnitt günstiger als alles, was hier steht.
Wofür diese Seite geradesteht, ist die Rechnung dahinter. Jeder Grundpreis, jede Freimenge und jedes Buchungsentgelt hier ist am Preisverzeichnis des Anbieters erhoben, trägt sein Abrufdatum und ist in der Zeile verlinkt. Gerechnet wird mit dem Listenpreis und für die Buchungszahl, die du eingibst — nicht mit dem Aktionspreis der ersten Monate und nicht mit der Nutzung, die am besten aussieht.
Preisreihen über Anbieter, zu denen es hier nichts zu tun gibt, werden bewusst nicht gepflegt: Eine Zahl, die niemand quartalsweise nachzieht, ist nach zwei Quartalen falsch, und eine falsche Zahl über einen fremden Anbieter ist schlechter als gar keine.
Wie gerechnet wird
Die Rangfolge ist nirgends hinterlegt. Sie entsteht bei jeder Eingabe neu aus drei Posten:
- Grundpreis. Listenpreis je Monat, mal zwölf. Nicht der Aktionspreis.
- Buchungsentgelte. Buchungen über der Freimenge, mal Preis je Buchung, mal zwölf. Wo keine Freimenge veröffentlicht ist, bleibt dieser Posten null — und die Zeile weist die Summe als Untergrenze aus.
- Kartenaufpreis. Nur, wenn du oben angibst, dass du eine Karte mit Aufpreis brauchst.
Nicht enthalten sind Entgelte für Bargeld, Fremdwährung und Auslandsüberweisungen. Sie hängen so stark von der Nutzung ab, dass eine Pauschale mehr verdecken als zeigen würde; sie stehen in den Preisverzeichnissen der Anbieter, die in jeder Zeile verlinkt sind.
Zur Vergütung. Zu allen gerechneten Konten besteht eine Vergütungsvereinbarung; das steht über der Tabelle. Auf die Reihenfolge wirkt sie sich nicht aus — die Sortierung bekommt die Datensätze in einer Fassung, aus der das Vergütungsfeld entfernt ist, und beim Bauen wird nachgerechnet, dass dieselbe Reihenfolge herauskommt.
Quelle und Abrufdatum stehen je Konto im Detailauszug. Preise ändern sich; wenn dort ein Datum steht, das mehrere Monate zurückliegt, prüfe die Angabe beim Anbieter nach.
Vier Einwände gegen diese Tabelle
„Ich nehme einfach das kostenlose Konto."
Bei wenig Zahlungsverkehr ist das richtig. Bei sechzig Buchungen im Monat kostet Commerzbank KlassikGeschäftskonto 382 € im Jahr — mehr als manches Konto mit Grundpreis. Der Grundpreis allein sagt nichts.
„Der Aktionspreis gilt doch zwei Jahre, das reicht mir."
Ein Konto wechselt man selten. Wer nach zwei Jahren bleibt — und die meisten bleiben —, zahlt danach den Listenpreis. Deshalb rechnet die Tabelle mit ihm und zeigt die Aktion daneben, mit Frist.
„Hauptsache deutsche IBAN, alles andere ist egal."
Die IBAN ist seit der SEPA-Verordnung kein zulässiges Unterscheidungsmerkmal mehr — Zahlungen dürfen daran nicht scheitern. In der Praxis kommt es trotzdem vor, dass Lastschriftmandate mit ausländischer IBAN abgelehnt werden. Deshalb steht das Feld in der Tabelle, aber es ist kein Ausschlusskriterium.
„Ihr verdient an den Links, also stimmt die Reihenfolge nicht."
Halb richtig, und der Teil, der stimmt, steht über der Tabelle: Sie zeigt Anbieter mit Vergütungsvereinbarung und ist keine Marktübersicht. Was sie nicht tut, ist nach Vergütungshöhe sortieren — bei fünf Buchungen steht bunq Free Business oben, bei sechzig bunq Free Business. Die Sortierung bekommt die Datensätze in einer Fassung ohne Vergütungsfeld und kann gar nicht danach ordnen; beim Bauen wird nachgerechnet, dass dieselbe Reihenfolge herauskommt.
Häufige Fragen
Was heißt „kostenloses Geschäftskonto" wirklich?
Kostenlos ist der Grundpreis, nicht zwangsläufig das Konto. Fast jeder Anbieter räumt eine Freimenge an Buchungen ein und berechnet jede weitere einzeln.
Ein Beispiel aus der Tabelle: Commerzbank KlassikGeschäftskonto kostet bei fünf Buchungen im Monat 191 € im Jahr und bei sechzig Buchungen 382 €. Der Grundpreis hat sich nicht geändert.
Wonach ist die Tabelle sortiert?
Nach der Kennzahl, die du oben auswählst — voreingestellt sind die Jahreskosten bei deiner Buchungszahl: Grundpreis plus Buchungsentgelte über der Freimenge, dazu der Kartenaufpreis, falls du eine Karte brauchst.
Gerechnet wird der Listenpreis, nicht der Aktionspreis. Ein Konto, das zwei Jahre acht Euro und danach fünfunddreißig kostet, wird mit fünfunddreißig gerechnet — das ist die Zahl, die ab dem dritten Jahr gilt.
Beeinflusst die Vergütung die Reihenfolge?
Die Tabelle zeigt ausschließlich Anbieter, zu denen eine Vergütungsvereinbarung besteht — das steht als Hinweis darüber, und sie ist damit keine vollständige Marktübersicht. Welche Reihenfolge diese Partner untereinander einnehmen, entscheidet aber allein die Rechnung.
Technisch: Die Sortierung bekommt die Datensätze in einer Fassung, aus der das Vergütungsfeld entfernt ist — sie kann weder die Vergütung noch deren Höhe lesen. Beim Bauen wird geprüft, ob dieselbe Reihenfolge herauskommt, wenn man sämtliche Vergütungsangaben löscht.
Warum steht bei manchen Konten „Untergrenze"?
Weil der Anbieter seine Buchungsfreimenge nicht veröffentlicht. Das betrifft 3 der 5 gerechneten Konten.
Für sie ist die gerechnete Zahl der Grundpreis — was über einer etwaigen Freimenge anfällt, ist nicht bekannt. Diese Konten stehen deshalb tendenziell zu weit oben, und die Zeile sagt das. Eine erfundene Freimenge wäre eine falsche Zahl über einen Wettbewerber.
Brauche ich als Einzelunternehmer überhaupt ein Geschäftskonto?
Rechtlich vorgeschrieben ist es nur für Kapitalgesellschaften. Praktisch ist die Trennung trotzdem geboten: Sie ist die Voraussetzung dafür, dass die Buchführung nachvollziehbar bleibt.
Die Details stehen unter Geschäftskonto trennen — dort geht es um die Pflicht, die Ausnahmen und darum, was passiert, wenn beides über ein Konto läuft.
Was ist bei den Banken ohne eigene Lizenz zu beachten?
Mehrere Anbieter führen das Konto nicht selbst, sondern über eine Partnerbank. Wer im Ernstfall Gegenpartei ist und welche Einlagensicherung greift, entscheidet diese Bank — nicht die Marke auf der App.
Die kontoführende Bank steht deshalb in jeder Zeile, soweit sie erhoben ist.
Sind hier alle Anbieter aufgeführt?
Nein. In der Tabelle stehen 5 Konten, zu denen eine Vergütungsvereinbarung besteht — der Markt ist größer.
Wofür diese Seite geradesteht, ist die Rechnung: Grundpreis, Buchungsentgelte über der Freimenge und Kartenaufpreis, für die Buchungszahl, die du eingibst. Preisreihen über Anbieter, die niemand quartalsweise nachzieht, sind bald falsch — und eine falsche Zahl über einen Anbieter ist schlechter als keine.