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Assetklasse

Rohstoffe & Edelmetalle

Die erste Klasse auf dieser Seite ohne jeden Zahlungsstrom. Sie widerspricht damit der Cashflow-Klammer — und gehört genau deshalb hierher: Wer laufende Einnahmen sucht, ist hier grundsätzlich falsch.

Ertrag

Keiner — nur Preisänderung

Kosten

Lagerung, Spread, Rollverluste

Risiko

Preisschwankung ohne Ertragspuffer

Liquidität

Hoch bei Gold, geringer sonst

Was kommt rein?

Nichts. Das ist keine Zuspitzung, sondern die zentrale Eigenschaft dieser Anlageklasse: Ein Unternehmen erwirtschaftet Gewinne, eine Anleihe zahlt Kupons, eine Wohnung bringt Miete. Ein Goldbarren tut nichts davon.

Der einzige Ertragsweg ist der Verkauf zu einem höheren Preis. Weil gleichzeitig Lagerkosten anfallen, beginnt die Rechnung im Minus — die Preissteigerung muss diese Kosten erst aufholen, bevor überhaupt Ertrag entsteht.

Daraus folgt nicht, dass Rohstoffe sinnlos wären. Ihr Zweck im Portfolio ist ein anderer: Sie verhalten sich in bestimmten Marktphasen anders als Aktien und Anleihen. Wer sie beimischt, kauft eine Diversifikation — keine Ertragsquelle.

Vergleich der Zahlungsströme: Aktien liefern Dividenden, Anleihen Kupons, Immobilien Mieten. Gold liefert keinen laufenden Ertrag und verursacht Lagerkosten.
Rohstoffe sind die einzige hier gezeigte Anlageklasse ohne laufenden Zahlungsstrom.

Was geht ab?

KostenblockBetrifftAnmerkung
HandelsspannePhysischer KaufAn- und Verkaufspreis liegen spürbar auseinander
Lagerung und VersicherungPhysischer BesitzSchließfach oder Verwahrung, laufend
Laufende KostenquoteETC und FondsDeckt Verwahrung des hinterlegten Metalls
RollverlusteTerminkontrakt-basierte ProdukteBei Contango dauerhafter Abfluss

Bei kleinen Stückelungen ist der Aufschlag auf den Materialwert überproportional hoch. Wer in kleinen Einheiten kauft, zahlt für dieselbe Menge Metall deutlich mehr als bei größeren Barren.

Was kann schiefgehen?

Der Preis schwankt erheblich — und anders als bei Aktien oder Anleihen federt kein laufender Ertrag diese Schwankung ab. Es gibt keinen inneren Wert, aus dem sich ein Preis ableiten ließe: Der Kurs ergibt sich allein daraus, was andere zu zahlen bereit sind.

Bei physischem Besitz kommen Diebstahl- und Verwahrrisiko hinzu, bei ETCs das Emittentenrisiko. Bei Industriemetallen wirkt zusätzlich die Konjunktur: Sie fallen tendenziell dann, wenn auch Aktien fallen — der erhoffte Diversifikationseffekt kann also ausgerechnet im Krisenfall ausbleiben.

Wie schnell wieder raus?

Gold ist weltweit und praktisch jederzeit verkäuflich, an der Börse gehandelte Produkte ohnehin. Bei physischer Ware kostet der Verkauf allerdings die Handelsspanne — und je kleiner die Stückelung, desto ungünstiger.

Bei weniger verbreiteten Rohstoffen und Sammlermünzen wird der Käufermarkt schnell dünn, was den erzielbaren Preis drückt.

Was der Fiskus nimmt

Hier liegt ein echter struktureller Unterschied: Physische Edelmetalle gelten als private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG. Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei.

Für Rohstoff-ETCs und Fondslösungen gilt das nicht automatisch — hier entscheidet die rechtliche Konstruktion des Produkts über die Behandlung, und die Abgrenzung ist im Einzelfall knifflig. Das ist ein Punkt, an dem sich steuerlicher Rat vor dem Kauf lohnt statt danach.

Risikohinweis

Rohstoffe erzeugen keine laufenden Erträge und unterliegen starken Preisschwankungen. Ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Dieser Text ist allgemeine Information, keine Anlage- oder Steuerberatung und keine Kaufempfehlung.

Häufige Fragen

Wirft Gold Zinsen oder Dividenden ab?

Nein. Gold und andere Rohstoffe erzeugen keinerlei Zahlungsstrom. Ein Barren produziert nichts, zahlt nichts aus und vermehrt sich nicht.

Der einzige mögliche Ertrag ist ein höherer Verkaufspreis. Zugleich verursacht die Lagerung Kosten — die Rendite startet also unter null und muss allein durch Preissteigerung erwirtschaftet werden.

Ist Gold ein Schutz gegen Inflation?

Über sehr lange Zeiträume hat Gold seine Kaufkraft tendenziell erhalten. Über Zeiträume von einigen Jahren gilt das nicht verlässlich: Es gab lange Phasen, in denen Gold real an Wert verlor, auch bei steigender Inflation.

Als kurzfristiger Inflationsschutz ist es daher unzuverlässig. Der plausiblere Zweck im Portfolio ist ein anderer: ein Baustein, der sich in Krisen oft anders verhält als Aktien.

Wie wird der Verkauf von physischem Gold besteuert?

Physische Edelmetalle fallen unter § 23 EStG als private Veräußerungsgeschäfte. Nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr ist der Veräußerungsgewinn steuerfrei.

Das ist ein struktureller Unterschied zu Wertpapieren, bei denen Kursgewinne unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungsteuer unterliegen. Für Rohstoff-ETCs und Fondslösungen gelten wiederum eigene Regeln — die Rechtsform entscheidet, nicht der Rohstoff.

Was ist der Unterschied zwischen physischem Gold und einem Gold-ETC?

Physisches Gold besitzt du unmittelbar; du trägst Lagerung und Versicherung selbst. Ein ETC (Exchange Traded Commodity) ist rechtlich eine Schuldverschreibung — also eine Forderung gegen den Emittenten.

Damit kommt beim ETC ein Emittentenrisiko hinzu, das durch Hinterlegung von Gold gemindert, aber nicht beseitigt wird. Anders als Fondsvermögen ist ein ETC kein Sondervermögen.

Was ist Contango und warum kostet es Rendite?

Rohstoff-Fonds halten meist keine Ware, sondern Terminkontrakte, die vor Fälligkeit in den nächsten Kontrakt gerollt werden. Liegt der spätere Kontrakt höher im Preis als der laufende, spricht man von Contango.

Beim Rollen wird dann teurer eingekauft als verkauft — es entsteht ein wiederkehrender Verlust, unabhängig von der Preisentwicklung des Rohstoffs. Über längere Zeiträume kann das die Rendite spürbar aufzehren.

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