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Wie viel für ein Kind sparen?
Von Philipp Busch Aktualisiert am
Beim Sparen für Kinder skaliert die Rate das Ergebnis linear: doppelte Rate, doppeltes Endkapital. Was den Ertragsanteil bestimmt, ist dagegen die Laufzeit — 100 Euro monatlich über achtzehn Jahre ergeben bei 6 Prozent Rendite vor Kosten rund 37.310 € aus 21.600 € Einzahlung. Die Renditeannahme ist die Stellschraube mit dem größten Streubereich; gerechnet wird deshalb sinnvollerweise in heutiger Kaufkraft.
Die Frage von hinten stellen
„Wie viel soll ich sparen" ist eine Frage ohne Bezugsgröße. Wer sie beantworten will, braucht ein Ziel — und Ziele beim Kinderdepot sind erstaunlich konkret: der Führerschein, ein Auslandsjahr, die Kaution für die erste eigene Wohnung, ein Grundstock fürs Studium. Alle vier haben einen ungefähren Preis, und alle vier fallen zu einem bekannten Zeitpunkt an.
Damit wird aus der offenen Frage eine Rechnung mit einer Unbekannten: Zielbetrag und Laufzeit stehen fest, gesucht ist die Rate. Der Junior-Depot-Rechner rechnet in beide Richtungen — Rate eingeben und Ergebnis ablesen, oder die Rate so lange verändern, bis der Zielbetrag erscheint. Der zweite Weg dauert ein paar Sekunden länger und liefert die brauchbarere Zahl.
Was übliche Raten ergeben
Die folgenden Werte gelten für achtzehn Jahre Laufzeit, sechs Prozent Renditeannahme vor Kosten und 0,2 Prozent Fondskosten. Sie sind Modellrechnungen, keine Prognosen — reale Märkte liefern keine gleichmäßige Jahresrendite.
| Monatliche Rate | Eingezahlt | Endkapital | Ertragsanteil |
|---|---|---|---|
| 50 € | 10.800 € | rund 18.655 € | rund 42 % |
| 100 € | 21.600 € | rund 37.310 € | rund 42 % |
| 250 € | 54.000 € | rund 93.276 € | rund 42 % |
Die dritte Spalte skaliert exakt mit der Rate, die vierte bleibt konstant. Das ist keine Zufälligkeit der gewählten Zahlen, sondern die Struktur der Rechnung: Der Ertragsanteil hängt an Laufzeit und Rendite, nicht an der Höhe der Einzahlung. Wer den Ertragsanteil erhöhen will, kann das nur über die Zeit — und die ist beim Kinderdepot durch das Alter des Kindes vorgegeben.
Warum früh mehr wiegt als viel
Ein Euro, der im ersten Lebensjahr eingezahlt wird, arbeitet achtzehn Jahre. Derselbe Euro mit zwölf arbeitet sechs. Bei sechs Prozent Renditeannahme ist der erste am Ende etwa doppelt so viel wert wie der zweite. Deshalb wirkt ein früher Einmalbetrag — der Geldbetrag zur Geburt, die Zahlung der Großeltern zur Taufe — stärker als eine spätere Erhöhung der laufenden Rate.
Praktisch heißt das nicht, dass man auf einen großen Anfangsbetrag warten sollte, den es nicht gibt. Es heißt, dass die Reihenfolge zählt: früh anfangen schlägt später viel. Der Wendepunkt, ab dem das Depot in einem Jahr mehr erwirtschaftet, als eingezahlt wird, liegt bei einer konstanten Rate und sechs Prozent Renditeannahme typischerweise in der zweiten Hälfte der Laufzeit — bei einem Start zur Geburt also während der Schulzeit.
Bei größeren Einmalzahlungen lohnt ein Blick auf die Schenkungsteuer. Die Freibeträge nach § 16 ErbStG erneuern sich im Zehnjahresrhythmus und liegen bei Großeltern niedriger als bei Eltern; für übliche Beträge spielen sie keine Rolle, ab einer gewissen Größenordnung schon. Der Zusammenhang steht unter Depot vererben und verschenken.
Die Annahmen, an denen alles hängt
Die Rendite. Sie ist die Zahl mit dem größten Streubereich und wird in Beispielrechnungen gern optimistisch gesetzt. Der Unterschied zwischen vier und sieben Prozent macht über achtzehn Jahre mehr aus als jede Entscheidung über die Rate. Wer eine belastbare Aussage will, rechnet zwei Szenarien und betrachtet die Spanne, nicht den Mittelwert.
Die Kosten. Fondskosten wirken jedes Jahr auf den gesamten Bestand, Ordergebühren nur auf die einzelne Rate. Über achtzehn Jahre ist die erste Größe die wichtigere — was sie ausmacht, zeigt TER oder Tracking Difference, die Gebührenseite der Brokerkosten-Rechner.
Die Kaufkraft. 37.000 Euro in achtzehn Jahren sind nicht 37.000 Euro von heute. Bei zwei Prozent Inflation entspricht der Betrag etwa 26.000 Euro heutiger Kaufkraft. Wer für einen konkreten Zweck spart — Führerschein, Auslandsjahr — muss in heutigen Preisen rechnen, sonst verfehlt das Ziel den Zweck. Der Rechner hat dafür die Ansicht „Kaufkraft heute".
Mehrere Kinder
Bei zwei oder drei Kindern ist die Summe der Raten selten die interessante Zahl. Wichtiger ist, dass jedes Kind ein anderes Alter hat und damit eine andere Laufzeit — das ältere erreicht sein Ziel früher und mit einem geringeren Ertragsanteil. Wer für alle Kinder dieselbe Rate ansetzt, gleicht das nicht aus; wer denselben Zielbetrag ansetzt, braucht für das ältere eine höhere Rate.
Der Junior-Depot-Rechner rechnet deshalb je Kind einen eigenen Sparplan mit eigenem Alter, eigener Laufzeit und eigenen Freibeträgen und summiert erst danach. Auf welchen Namen die Depots laufen sollten, ist eine eigene Frage — Kinderdepot oder Elterndepot geht ihr nach. Was praktisch für die Eröffnung nötig ist, steht unter Ein Junior-Depot eröffnen.
Eigene Rate, eigenes Alter, eigene Annahmen — je Kind: zum Junior-Depot-Rechner. Ein Sparplan ohne Kinderbezug lässt sich im ETF-Sparplanrechner durchrechnen.
Der Fehlerfall: die Rate, die nicht durchhält
Beim Sparen für ein Kind läuft der Plan über achtzehn Jahre. In dieser Zeit ändert sich mehr als bei jeder anderen Anlagedauer — und daran scheitern die meisten Ansätze, nicht an der Rendite.
Die Rate ist zu hoch angesetzt. Wer bei der Geburt großzügig plant und nach drei Jahren aussetzt, hat weniger erreicht als mit einer kleineren Rate, die durchläuft. Die Sparrate ist die einzige Größe der Rechnung, die vollständig in der eigenen Hand liegt — und genau deshalb sollte sie konservativ gewählt sein.
Geschenke werden eingeplant. Beträge von Großeltern sind willkommen, aber nicht planbar. Wer sie in die Zielrechnung aufnimmt, baut eine Lücke ein, die später auffällt.
Das Ziel wird nie überprüft. Was in achtzehn Jahren gebraucht wird, ist heute eine Schätzung. Eine jährliche Kontrolle kostet Minuten und verhindert, dass am Ende ein Betrag herauskommt, der zum ursprünglichen Zweck nicht mehr passt.
Die Hülle wird nicht mitgedacht. Auf wessen Namen gespart wird, entscheidet über Steuer, Verfügung und mögliche Folgen für Familienversicherung und Ausbildungsförderung. Die Abwägung steht unter Kinderdepot oder Elterndepot — sie gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
Sonderfälle
Mehrere Kinder. Jedes hat eigene Freibeträge, die sich nicht zwischen Geschwistern verschieben lassen. Was in einem Depot ungenutzt bleibt, ist für das andere verloren — ein Argument für gleichmäßige Aufteilung.
Später Beginn. Wer erst mit zehn anfängt, hat acht Jahre statt achtzehn. Der Zinseszins wirkt dann deutlich schwächer, und die Rate muss einen größeren Teil des Ziels selbst tragen — die Rechnung verschiebt sich vom Ertrag zur Einzahlung.
Kurz vor der Volljährigkeit. Wenn das Geld in zwei Jahren gebraucht wird, ist die Schwankung des Aktienmarkts das dominierende Risiko. Ein Umschichten in schwankungsärmere Anlagen ist dann keine Marktprognose, sondern Zielsicherung.
Das Ziel ist unbestimmt. Führerschein, Studium, Anzahlung, freie Verfügung — die Beträge unterscheiden sich um ein Vielfaches. Ohne Ziel gibt es keine Rate, sondern nur einen Sparbetrag, der irgendwann irgendwas ergibt.
Übergabe mit 18. Was auf den Namen des Kindes läuft, gehört ihm — rechtlich und ab der Volljährigkeit auch praktisch. Was das bedeutet, steht unter Wenn das Kind volljährig wird.
Was sich nicht ausrechnen lässt
Die künftige Wertentwicklung ist unbekannt, und diese Seite nennt keine Erwartung. Jede Zielrechnung über achtzehn Jahre arbeitet mit einer gesetzten Annahme — wer mit vier statt sechs Prozent rechnet, bekommt ein anderes Ergebnis und dieselbe Struktur.
Ebenso wenig lässt sich sagen, was in achtzehn Jahren ein Studium oder eine Ausbildung kostet. Deshalb ist die belastbarere Frage nicht „wie viel brauche ich am Ende", sondern „wie viel kann ich monatlich dauerhaft entbehren". Die zweite Frage hat eine Antwort, die heute feststeht — und sie ist die einzige, die man tatsächlich steuern kann.
Praktisch bewährt sich eine einfache Reihenfolge: zuerst die Hülle klären — Kinderdepot oder Elterndepot —, dann eine Rate wählen, die auch in einem schlechten Jahr trägt, und erst danach über Fonds und Kosten nachdenken. Wer umgekehrt beginnt, optimiert Zehntelprozente an einer Anlage, deren Grundstruktur noch nicht entschieden ist.
Der Zeithorizont ist dabei ein besonderer: Achtzehn Jahre sind lang genug, dass die Schwankung des Aktienmarkts an Bedeutung verliert, und kurz genug, dass der Endtermin feststeht. Diese Kombination ist ungewöhnlich — bei der Altersvorsorge ist der Termin flexibel, hier nicht. Genau deshalb gehört die Frage nach dem Umschichten vor dem Ziel in jede Planung.
Alle genannten Beträge sind Modellrechnungen mit konstanter Rendite. Reale Märkte schwanken; eine gleichmäßige jährliche Wertentwicklung gibt es nicht. Keine Prognose, keine Anlage- oder Steuerberatung.
Rechtsquellen
- § 16 ErbStG Freibeträge bei Schenkung und Erbschaft: 400.000 € je Kind, 200.000 € je Enkel Bundesministerium der Justiz
- § 14 ErbStG Zusammenrechnung früherer Erwerbe innerhalb von zehn Jahren — die Grundlage des Zehnjahresrhythmus Bundesministerium der Justiz
Alle Verweise führen auf die amtliche Fassung und wurden am 10.08.2026 aufgerufen. Sie öffnen in einem neuen Tab. Steuerklassen, abweichende Freibeträge bei entfernteren Verwandten und die Bewertung übertragener Wertpapiere sind hier nicht dargestellt. Bei größeren Übertragungen gehört der Einzelfall fachlich geprüft.
Häufige Fragen
Wie viel sollte man monatlich für ein Kind sparen?
Es gibt keinen richtigen Betrag, sondern nur einen tragfähigen. Die brauchbarere Frage lautet umgekehrt: Welche Summe soll mit 18 dastehen — und welche Rate führt bei realistischen Annahmen dorthin?
Der Junior-Depot-Rechner rechnet beide Richtungen: Rate eingeben und Ergebnis ablesen, oder die Rate so lange verändern, bis das Zielergebnis erreicht ist.
Was wird aus 100 Euro im Monat über achtzehn Jahre?
Eingezahlt werden 21.600 €. Was daraus wird, hängt vollständig an der Renditeannahme: Bei sechs Prozent vor Kosten liegt das Ergebnis bei rund 37.310 €, bei vier Prozent bei etwa 30.718 €.
Der Ertragsanteil beträgt in beiden Fällen deutlich mehr als ein Drittel des Endkapitals — das ist die eigentliche Aussage über achtzehn Jahre Laufzeit.
Ist es besser, das Kindergeld anzulegen?
Rechnerisch macht die Herkunft des Geldes keinen Unterschied — eine Rate ist eine Rate. Praktisch schon: Ein weitergeleiteter Anteil des Kindergelds belastet das Haushaltsbudget nicht zusätzlich und wird deshalb seltener wieder ausgesetzt.
Der Rechner führt den Kindergeld-Anteil als eigenes Feld und weist im Ergebnis aus, welcher Teil des Endkapitals daraus stammt.
Was ist, wenn das Kind das Geld mit 18 anders verwenden will?
Dann verwendet es das Geld anders. Läuft das Depot auf den Namen des Kindes, gehört es ihm; mit der Volljährigkeit verfügt es allein darüber, ohne Rücksprache und ohne Zweckbindung. Das ist keine Lücke im Konzept, sondern seine Voraussetzung — der Steuervorteil des Kinderdepots hängt genau daran, dass das Vermögen tatsächlich dem Kind gehört.
Wer diese Endgültigkeit nicht will, hat eine Alternative und keinen Kompromiss: den Betrag im eigenen Depot halten und ihn gedanklich zurücklegen. Das kostet den Steuervorteil und erhält die Entscheidung. Beides zugleich gibt es nicht — ein Depot auf den Namen des Kindes, über das faktisch die Eltern verfügen, ist genau der Fall, den das Finanzamt später aufgreift.
Soll die Sparrate mit der Zeit steigen?
Eine jährliche Erhöhung bildet ab, dass Einkommen üblicherweise mitwachsen, und gleicht die Geldentwertung teilweise aus. Über achtzehn Jahre verschiebt sie das Ergebnis spürbar.
Der Unterschied zwischen einer Erhöhung um einen festen Eurobetrag und einer prozentualen ist dabei größer, als er wirkt: Zehn Euro mehr sind bei einer Rate von 100 Euro anfangs über zehn Prozent und nach fünfzehn Jahren ein Bruchteil davon.
Was passiert, wenn die Rate zwischendurch ausgesetzt wird?
Weniger, als viele befürchten — aber nicht nichts. Es fehlen die ausgesetzten Raten und deren Ertrag bis zum Ende der Laufzeit. Eine zwei Jahre lange Pause nach zehn Jahren kostet weniger als dieselbe Pause im ersten Jahr, weil dem frühen Geld mehr Zeit fehlt.
Wichtiger als das Aufholen ist deshalb die Höhe, die durchhält: Eine Rate, die eine Elternzeit oder einen Jobwechsel übersteht, schlägt eine ambitionierte, die dabei stoppt.
Sollte ich kurz vor der Volljährigkeit umschichten?
Wenn das Geld zu einem festen Termin gebraucht wird, ja. Dann dominiert die Schwankung des Aktienmarkts das Risiko, und ein Umschichten ist Zielsicherung, keine Marktprognose.
Bleibt der Verwendungszeitpunkt offen, entfällt dieser Grund — dann kann der Anlagehorizont über die Volljährigkeit hinausreichen.
Zählen Geschenke der Großeltern in die Rechnung?
Besser nicht. Sie sind willkommen, aber nicht planbar; wer sie in die Zielrechnung aufnimmt, baut eine Lücke ein, die erst spät auffällt.
Sinnvoller ist, sie als Zusatz zu behandeln — und gegebenenfalls die Freibeträge der Großeltern gegenüber dem Enkelkind bewusst zu nutzen.
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Kinderdepot oder Elterndepot?
Auf den Namen des Kindes ist der Ertrag meist steuerfrei, auf den der Eltern nicht. Dafür ist das Geld weg — rechtlich, nicht nur gefühlt.
Vorsorge
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Beide Sorgeberechtigten müssen unterschreiben, die Geburtsurkunde gehört dazu — und zwei Einstellungen sind später schwer zu korrigieren.
Praxis
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