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Alternativen zu sevDesk
Von Philipp Busch Aktualisiert am Listenpreise beider Cloud-Anbieter am 17.08.2026 von deren Preisseiten übernommen
Bevor du wechselst: In den meisten Fällen spart ein Stufenwechsel beim bisherigen Anbieter mehr als ein Anbieterwechsel — und kostet kein Umlernen. Hier stehen vier Richtungen, in die eine Alternative führen kann, und die Frage, die zuerst zu klären ist. Werbung ist gekennzeichnet; zu zwei der genannten Anbieter besteht eine Vergütungsvereinbarung, zu den übrigen nicht.
Die Antwort in Kurzform
Die naheliegende Alternative im selben Segment ist Lexware Office, vormals lexoffice. Beide Produkte decken denselben Bereich ab, schneiden ihn aber anders zu und liegen preislich nah beieinander.
Daneben gibt es Anbieter wie Papierkram und WISO sowie, mit anderem Zuschnitt, den Weg über eine Steuerkanzlei mit DATEV. Zu diesen besteht hier keine Vergütungsvereinbarung; sie stehen hier, weil sie zum Markt gehören.
Und zwei Alternativen sind gar keine Software: die vollständige Auslagerung an eine Kanzlei und, bei sehr wenigen Belegen, eine geordnete Tabelle. Beide sind häufiger richtig, als eine Vergleichsseite es nahelegt.
Die Frage vor der Frage: Was stört?
„Alternativen zu X" ist selten eine Produktfrage. Dahinter stehen meist vier verschiedene Anlässe, und sie führen zu vier verschiedenen Antworten.
Der Preis stört. Dann lohnt zuerst der Blick auf die gebuchte Stufe. Wer für Kostenstellen und Schnittstellen zahlt, die er nie geöffnet hat, spart mit einem Stufenwechsel mehr als mit einem Anbieterwechsel — und ohne Umlernen.
Die Bedienung stört. Das ist der beste Grund für einen Wechsel und der einzige, den kein Text beantworten kann. Er lässt sich nur im Test klären.
Eine Funktion fehlt. Dann entscheidet, ob sie in einer höheren Stufe liegt oder in einer anderen Produktkategorie. Warenwirtschaft und Lohnabrechnung gibt es in keinem der schlanken Cloud-Produkte.
Der Ablauf stört. Belege stapeln sich, weil niemand sie zeitnah erfasst. Dieses Problem wandert beim Wechsel mit. Es ist der häufigste Fall und der einzige, bei dem ein Wechsel sicher nichts verbessert.
Vier Richtungen statt einer Rangliste
Aus den Anlässen ergeben sich vier Richtungen. Sie sind bewusst nicht nach „Testsieger" sortiert, sondern danach, wie weit sie vom bisherigen Zustand wegführen.
Diese Reihenfolge ist auch die sinnvolle Prüfreihenfolge. Wer bei Richtung eins fündig wird, muss die anderen drei nicht durchgehen — und der Aufwand steigt mit jeder Stufe erheblich.
Richtung 1: ein anderer Cloud-Anbieter
Der kleinste Schritt. Gleiche Art von Produkt, gleiche Arbeitsweise, anderer Anbieter. Im selben Segment ist Lexware Office die naheliegende Wahl, daneben stehen Papierkram und WISO.
Der Zuschnitt unterscheidet sich stärker als der Preis. Lexware Office beginnt bei der reinen Belegerfassung und ergänzt Rechnungen erst in der zweiten Stufe; sevDesk beginnt umgekehrt bei den Rechnungen. Wer nur Belege archivieren will, findet den passenden Zuschnitt deshalb nur bei einem der beiden.
Was das im Einzelnen bedeutet, steht in der Gegenüberstellung unter sevDesk und Lexware Office im Vergleich. Der Funktionsumfang des Alternativprodukts steht unter Lexware Office im Überblick.
Richtung 2: ein Desktop-Programm
Der größere Schritt: weg vom Browser, hin zu installierter Software. Typische Gründe sind der Wunsch, die Daten im Haus zu behalten, und Funktionen, die es in der Cloud nicht gibt.
Die Gegenleistung ist real. Eigene Sicherung, eigene Aktualisierung, in aller Regel Windows — und eine Preisstruktur, die anders funktioniert: Kauf oder Jahresversion plus laufende Pflege statt eines kündbaren Monatsbetrags.
Wie sich die beiden Bauweisen unterscheiden, steht am Beispiel eines Herstellers unter Lexware Office oder Lexware Desktop. Die Überlegung gilt genauso für andere Anbieter.
Richtung 3: an die Kanzlei abgeben
Die Alternative, die keine Software ist. Wer wenige eigene Belege hat, aber wenig Zeit, kann die laufende Buchhaltung vollständig an eine Steuerkanzlei geben — dann bleibt auf der eigenen Seite nur die Belegsammlung.
Wirtschaftlich lohnt das eher, als es zunächst klingt. Gegengerechnet gehört nicht der Softwarepreis, sondern die eigene Zeit mit dem eigenen Stundensatz. Die Rechnung dazu führt der Stundensatzrechner.
Zu klären ist vorher genau eine Frage: In welcher Form will die Kanzlei die Belege? Wer das im Voraus abstimmt, spart auf beiden Seiten Aufwand — und die Antwort entscheidet oft auch über die Softwarewahl.
Richtung 4: zurück zur Tabelle
Vorgeschrieben ist keine Software. Verlangt sind Aufzeichnungen, die einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet sind. Eine sorgfältig geführte Tabelle erfüllt das.
Die Schwelle liegt bei etwa sechs Belegen im Monat. Darunter trägt ein Abo den eigenen Aufwand nicht; darüber spart es mehr Zeit, als es kostet. Wer unter dieser Schwelle liegt und trotzdem zahlt, hat die günstigste Alternative übersehen.
Eine Einschränkung gibt es: Die Empfangspflicht für E-Rechnungen gilt unabhängig davon. Zum reinen Empfang genügt allerdings kein Abo, sondern ein Programm, das das Format lesbar macht — siehe E-Rechnung: wer sie annehmen muss.
Was der Preisvergleich hergibt
Auf der Stufe, die für die meisten zählt — Buchhaltung mit Umsatzsteuer und EÜR — stehen 25,90 € gegen 21,90 € im Monat. Das sind vier Euro Unterschied, rund 48 Euro im Jahr.
Mit dem Jahresrabatt des bisherigen Anbieters sinkt dessen Preis auf 22,90 € im Monat. Übrig bleibt rund ein Euro. Wer wegen dieses Betrags wechselt, bezahlt den Wechsel mit Arbeitszeit, die ein Vielfaches wert ist.
Der Preisvergleich taugt damit nicht als Wechselgrund, wohl aber als Kontrolle: Wenn er einen großen Unterschied zeigt, ist meist die gebuchte Stufe zu hoch — nicht der Anbieter zu teuer.
| Stufe mit Buchhaltung | sevDesk | Lexware Office |
|---|---|---|
| Monatliche Zahlung | 25,90 € | 21,90 € |
| Jährliche Zahlung | 22,90 € | kein Jahresrabatt |
| Dauerhaft kostenlos | drei Rechnungen im Monat | nein, nur Testphase |
Quelle: Preisseiten von sevDesk und Lexware Office · Stand 17.08.2026 · Listenpreise, netto
Der Aufwand eines Wechsels
Stammdaten, Kunden und offene Posten lassen sich in der Regel übernehmen. Die Buchungshistorie häufig nur eingeschränkt oder als Export — und genau dort liegt die Aufgabe, die niemand gern macht.
Unabhängig vom Anbieter laufen die Aufbewahrungspflichten weiter: Die Daten müssen über die gesamte Frist verfügbar, lesbar und auswertbar bleiben, auch nach der Kündigung. Was das konkret heißt, steht unter Belege aufbewahren.
Daraus folgt die einzige harte Regel für einen Wechsel: erst exportieren und den Export prüfen, dann kündigen. Wer sich darauf verlässt, im Bedarfsfall noch einmal in das alte Konto zu kommen, verlässt sich auf etwas, das nicht zugesagt ist.
Und der Zeitpunkt: Ein Wechsel zum Jahreswechsel ist deutlich angenehmer als einer mitten im Jahr, weil sonst zwei Systeme dasselbe Wirtschaftsjahr abbilden. Welche Anforderungen der eigene Fall überhaupt stellt, klärt der Überblick zu Buchhaltungssoftware.
Diese Seite enthält Provisionslinks zu zwei der genannten Anbieter und ist als Werbung gekennzeichnet. Die übrigen werden gleichrangig genannt, obwohl zu ihnen keine Vereinbarung besteht. Preise sind Listenpreise netto, abgerufen am 17. August 2026. Allgemeine Information, keine Steuerberatung.
Die vier Gründe, es nicht zu tun
„Mir ist es einfach zu teuer."
Dann prüfe zuerst die Stufe: Viele zahlen für einen Funktionsblock, den sie nicht benutzen. Ein Stufenwechsel innerhalb desselben Anbieters spart oft mehr als ein Anbieterwechsel.
„Die Bedienung nervt."
Das ist der beste Wechselgrund, den es gibt — und der einzige, den kein Vergleichstext für dich beantworten kann. Er lässt sich nur im Test klären, mit echten Belegen über einen vollen Monat.
„Eine Funktion fehlt mir."
Dann ist die Frage, ob sie in einer höheren Stufe steckt oder in einer anderen Produktkategorie. Warenwirtschaft und Lohnabrechnung findest du in keinem der schlanken Cloud-Produkte.
„Ich will wieder alles selbst auf dem Rechner haben."
Eine legitime Richtung, mit einer Gegenleistung: eigene Sicherung, eigene Aktualisierung und meistens Windows. Wer das in Kauf nimmt, findet dort mehr Funktionsumfang.
Häufige Fragen
Welche Alternativen zu sevDesk gibt es?
Im selben Segment vor allem Lexware Office, dazu Anbieter wie Papierkram, WISO und — mit anderem Zuschnitt — DATEV über Steuerkanzleien. Daneben stehen zwei Alternativen, die keine Software sind: die Auslagerung an eine Kanzlei und eine schlichte Tabelle.
Welche davon passt, hängt weniger am Anbieter als am eigenen Profil. Deshalb sortiert diese Seite nach Richtungen, nicht nach Produkten.
Was ist die günstigste Alternative?
Bei sehr kleinem Volumen die Tabelle, denn sie kostet nichts außer Zeit. Sobald regelmäßig Belege anfallen, kehrt sich die Rechnung um.
Unter den Programmen lässt sich das nicht pauschal sagen: Die Tarife enthalten unterschiedliche Leistungen, und ein Einstiegspreis beschreibt oft einen anderen Funktionsumfang.
Lohnt der Wechsel wegen des Preises?
Auf der entscheidenden Tarifstufe liegen die beiden großen Cloud-Anbieter nah beieinander: 25,90 € gegenüber 21,90 € im Monat, mit Jahresrabatt schrumpft der Abstand weiter.
Bei dieser Größenordnung trägt der Preis den Wechselaufwand nicht. Ein Wechsel lohnt sich, wenn eine Funktion fehlt oder die Bedienung stört — nicht wegen weniger Euro im Monat.
Was kostet ein Wechsel an Aufwand?
Stammdaten, Kunden und offene Posten lassen sich meist übernehmen, die Buchungshistorie oft nur eingeschränkt oder als Export. Der Aufwand fällt einmal an, meist an einem Tag.
Der eigentliche Aufwand steckt woanders: im Umlernen. Deshalb ist ein Wechsel mitten im Jahr unangenehmer als zum Jahreswechsel.
Gibt es eine kostenlose Alternative?
sevDesk selbst führt einen dauerhaft kostenlosen Tarif für drei Rechnungen im Monat. Wer aus Kostengründen wechseln will, sollte prüfen, ob dieser Tarif den eigenen Fall schon abdeckt.
Vollständig kostenlose Buchhaltungsprogramme gibt es, sie unterscheiden sich aber stark in Pflege und Umfang. Diese Seite nennt keine, weil sie hier nicht geprüft wurden.
Muss ich überhaupt wechseln?
Häufig nicht. Ein erheblicher Teil der Unzufriedenheit betrifft nicht das Programm, sondern einen Ablauf: Belege sammeln sich, weil sie niemand zeitnah erfasst.
Dieselbe Unzufriedenheit stellt sich nach dem Wechsel wieder ein, nur mit neuer Oberfläche. Die Frage nach dem Grund lohnt deshalb vor der Frage nach dem Produkt.