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ETF & Fonds

Welche Sparrate monatlich in den ETF-Sparplan?

Von Aktualisiert am Eigene Berechnung, gegen feste Referenzwerte geprüft

Die richtige Sparrate ist der Betrag, der dauerhaft übrig bleibt — nicht der, den ein Zielvermögen verlangt. Wie viel daraus wird, lässt sich auf den Euro genau rechnen; wie lange du durchhältst, nicht.

Was die Rate im Ergebnis bewegt

Die Frage nach der richtigen Sparrate wird meist mit einer Faustformel beantwortet — zehn Prozent des Nettoeinkommens, oder was gerade übrig ist. Beides hilft wenig, solange die Größenordnung des Ergebnisses unklar bleibt. Die folgende Tabelle zeigt sie für fünf Raten und drei Laufzeiten, bei sonst identischen Annahmen.

Rate im Monat nach 10 Jahren nach 20 Jahren nach 30 Jahren davon eingezahlt
25 € 4.230 € 12.387 € 28.117 € 9.000 €
50 € 8.459 € 24.773 € 56.233 € 18.000 €
100 € 16.919 € 49.546 € 112.288 € 36.000 €
200 € 33.838 € 99.045 € 222.051 € 72.000 €
500 € 84.595 € 244.920 € 544.761 € 180.000 €

Eigene Berechnung mit dem Sparplanrechner: 7 Prozent Rendite pro Jahr, 0,2 Prozent Fondskosten, Aktien-ETF mit 30 Prozent Teilfreistellung, Abgeltungsteuer ohne Kirchensteuer, Sparerpauschbetrag für eine Person, keine Startsumme. Die Werte sind Depotwerte nach Fondskosten und nach laufender Steuer auf die Vorabpauschale, vor der Steuer eines späteren Verkaufs.

Zwei Dinge stehen in dieser Tabelle, die eine Faustformel nicht liefert. Das erste ist der Abstand zwischen Einzahlung und Ergebnis: Bei dreißig Jahren Laufzeit ist gut zwei Drittel des Endbetrags Zuwachs, nicht Ersparnis. Das zweite ist die Wirkung der Zeit gegenüber der Wirkung des Betrags — 25 Euro über dreißig Jahre ergeben mehr als 50 Euro über zwanzig, obwohl in beiden Fällen ähnlich viel eingezahlt wurde.

Auffällig ist außerdem, dass die Verdopplung der Rate das Ergebnis nicht exakt verdoppelt: Aus 100 Euro werden 112.288 Euro, aus 200 Euro nur 222.051 statt 224.576 Euro. Der Grund ist der Sparerpauschbetrag. Bei kleinen Depots deckt er die laufende Steuer auf die Vorabpauschale vollständig ab, bei größeren nicht mehr. Kleine Raten sind steuerlich also leicht im Vorteil — ein Effekt, der bei 25 und 50 Euro dazu führt, dass über die gesamte Laufzeit gar keine Steuer anfällt.

Fünf Balken für fünf Sparraten von 25 bis 500 Euro im Monat und das jeweilige Depot nach dreißig Jahren: 28.117, 56.233, 112.288, 222.051 und 544.761 Euro. Die Balken wachsen fast proportional zur Rate, weil dieselbe Rendite auf einen größeren Betrag wirkt.
Dreißig Jahre, 7 Prozent Rendite, 0,2 Prozent Fondskosten, laufende Steuer berücksichtigt. CC BY 4.0

Der Zeitpunkt hängt nicht an der Rate

Es gibt in jedem Sparplan einen Moment, der psychologisch mehr wiegt als jede Renditeangabe: das Jahr, in dem der Wertzuwachs zum ersten Mal größer ist als die Summe der Einzahlungen dieses Jahres. Ab da arbeitet das Depot mehr als der Sparer.

Dieser Punkt liegt unter den Annahmen oben im zwölften Jahr — und zwar bei 25 Euro genauso wie bei 500 Euro. Das ist kein Zufall, sondern eine Eigenschaft der Rechnung: Verdoppelt man die Rate, verdoppeln sich Einzahlung und Zuwachs im selben Verhältnis. Der Zeitpunkt verschiebt sich dadurch nicht.

Praktisch folgt daraus etwas Unbequemes und etwas Ermutigendes. Unbequem: Wer später anfängt, kann das nicht durch eine höhere Rate ausgleichen, jedenfalls nicht in diesem Punkt — der Zinseszins braucht Zeit, nicht Geld. Ermutigend: Eine kleine Rate ist kein schlechterer Sparplan, sondern derselbe Sparplan in klein. Wer mit 25 Euro anfängt, verschenkt nichts außer Betrag.

Verschieben lässt sich der Zeitpunkt nur über die beiden Größen, die nicht proportional wirken: die Rendite und eine Startsumme. Wie eine vorhandene Summe gegenüber dem Sparplan wirkt, steht unter Sparplan oder Einmalanlage.

Die Rate, die du durchhältst

Die rechnerisch optimale Rate ist immer die höchstmögliche. Die praktisch richtige ist eine andere: die, die auch in einem Jahr mit kaputter Waschmaschine und Nebenkostennachzahlung stehen bleibt. Ein Sparplan, der nach achtzehn Monaten aufgelöst wird, weil das Geld gebraucht wird, hat nicht nur nichts gebracht — er hat womöglich zum ungünstigsten Zeitpunkt verkauft.

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat, ist deshalb nicht „so viel wie möglich", sondern:

  1. Rücklage zuerst. Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto, bevor der erste Euro in den Sparplan geht. Diese Rücklage ist der Grund, warum der Sparplan nie angetastet werden muss.
  2. Teure Schulden vorher tilgen. Ein Dispo- oder Ratenkredit kostet sicher mehr, als ein ETF im Mittel bringt. Die Tilgung ist die risikofreie Anlage mit der höheren Rendite.
  3. Rate am Überschuss ausrichten, nicht am Ziel. Was nach allem übrig ist, abzüglich eines Puffers — das ist die Rate.
  4. Lieber niedrig starten und erhöhen als hoch starten und senken. Die Erhöhung kostet einen Klick, das Senken kostet Motivation.

Der letzte Punkt ist der wichtigste, weil er das häufigste Muster adressiert: Sparpläne werden im Enthusiasmus zu hoch angesetzt und im ersten schwierigen Monat komplett gestoppt statt reduziert.

Die Rate mitwachsen lassen

Eine feste Rate über dreißig Jahre bedeutet real eine sinkende Rate: Bei zwei Prozent Geldentwertung sind 100 Euro im Jahr 30 nur noch rund 55 Euro heutiger Kaufkraft wert. Viele Depots bieten deshalb eine Dynamisierung an — eine automatische Erhöhung um einen festen Prozentsatz pro Jahr.

Jährliche Erhöhung Depot nach 30 Jahren eingezahlt letzte Rate
keine 112.288 € 36.000 € 100 €
2 % 137.949 € 48.682 € 181 €
3 % 154.119 € 57.090 € 243 €
5 % 195.546 € 79.727 € 432 €

Eigene Berechnung mit dem Sparplanrechner, Startrate 100 Euro, sonst dieselben Annahmen wie oben.

Die dritte Spalte verhindert das Missverständnis, das bei diesem Thema am häufigsten entsteht. Die Dynamisierung ist kein Renditeeffekt: Aus 36.000 Euro Einzahlung werden bei drei Prozent Erhöhung 57.090 Euro. Der Mehrertrag ist zum größeren Teil schlicht mehr Geld, zum kleineren der Zinseszins darauf.

Zwei Prozent Erhöhung sind der Betrag, der die Kaufkraft der Rate ungefähr konstant hält. Wer mit dem Einkommen mitwachsen will, liegt eher bei drei Prozent. Fünf Prozent sind über dreißig Jahre eine Vervierfachung der Rate — das kann aufgehen, sollte aber eine bewusste Entscheidung sein und nicht die Voreinstellung eines Formulars.

Ab wann eine kleine Rate teuer wird

Die Modellrechnung oben kennt keine Ausführungsgebühr. In der Praxis entscheidet genau sie darüber, ob eine kleine Rate sinnvoll ist. Drei Modelle sind verbreitet: ein fester Betrag je Ausführung, ein prozentualer Anteil der Rate, oder eine kostenfreie Ausführung für ausgewählte Fonds.

Der Unterschied ist bei kleinen Raten dramatisch. Ein fester Betrag von 1,50 Euro je Ausführung sind bei 25 Euro Rate 6 Prozent des investierten Geldes — jeden Monat, bevor überhaupt etwas gerechnet wird. Bei 100 Euro Rate sind es 1,5 Prozent, bei 500 Euro 0,3 Prozent. Eine prozentuale Gebühr wirkt dagegen bei jeder Rate gleich, eine kostenfreie Ausführung gar nicht.

Daraus folgt eine klare Regel für kleine Raten: Sie gehören in ein Depot ohne feste Gebühr je Ausführung. Ist das nicht möglich, ist ein längeres Intervall der zweitbeste Weg — 75 Euro im Quartal statt 25 Euro im Monat investieren dasselbe Geld bei einem Drittel der Ausführungen. Welche Modelle es gibt und worauf im Preisverzeichnis zu achten ist, steht unter Sparplankosten beim Broker.

Der Fehlerfall

Die Rate wird aus dem Zielvermögen zurückgerechnet. Wer eine Million als Ziel setzt und die dafür nötige Rate ausrechnet, bekommt eine Zahl, die mit dem eigenen Haushalt nichts zu tun hat. Das Ziel ist keine Eingabe, sondern ein Ergebnis.

Die Rate ist so hoch, dass die Rücklage fehlt. Der teuerste Fehler dieser Anlageklasse ist nicht die falsche Fondsauswahl, sondern der erzwungene Verkauf im ungünstigen Moment. Eine um 50 Euro niedrigere Rate mit intakter Rücklage schlägt eine hohe Rate, die im dritten Jahr aufgelöst wird.

Die Modellrendite wird als Zusage gelesen. Sieben Prozent sind eine Annahme für eine Modellrechnung. Der reale Verlauf besteht aus Jahren mit plus dreißig und minus vierzig Prozent — der Mittelwert ist ein Rechenwerkzeug, kein Verlauf.

Der Sparplan wird gestoppt statt gesenkt. Fast alle Depots erlauben es, die Rate zu ändern oder eine Ausführung auszusetzen. Eine Reduktion auf 25 Euro hält den Plan am Leben; eine Kündigung beendet ihn und wird selten wieder aufgenommen.

Sonderfälle

Schwankendes Einkommen. Bei selbstständiger Tätigkeit ist die dauerhaft tragbare Rate niedriger als der Durchschnitt vermuten lässt. Der übliche Weg ist eine niedrige feste Rate plus gelegentliche Einmalzahlungen aus guten Monaten — dieselbe Wirkung ohne die Verpflichtung.

Eine größere Summe liegt bereits da. Dann ist die Frage nicht die Rate, sondern die Aufteilung zwischen Einmalanlage und gestrecktem Einstieg. Der Einstiegsrechner stellt beide Varianten gegenüber.

Gespart wird für ein Kind. Dann kommen zwei Fragen dazu, die mit der Rate nichts zu tun haben: auf wessen Namen das Depot läuft und was mit 18 damit passiert. Beides steht unter Wie viel für ein Kind sparen und Depotübergabe mit 18.

Der Arbeitgeber zahlt vermögenswirksame Leistungen. Sie sind zusätzliches Geld und wirken wie eine Sparrate, die nicht aus dem eigenen Haushalt kommt. Dafür hängen an ihnen eigene Bedingungen: Sperrfristen und eine staatliche Zulage, die nicht jedem zusteht. Was davon wirklich ankommt, steht unter vermögenswirksame Leistungen.

Was sich nicht ausrechnen lässt

Jede Zahl auf dieser Seite hängt an einer Annahme, die niemand kennt: der Rendite. Wie stark, zeigt derselbe Fall mit vier verschiedenen Werten, 100 Euro Rate über dreißig Jahre.

Angenommene Rendite Depot nach 30 Jahren in heutiger Kaufkraft
5 % pro Jahr 78.602 € 43.394 €
6 % pro Jahr 93.797 € 51.783 €
7 % pro Jahr 112.288 € 61.991 €
8 % pro Jahr 134.851 € 74.447 €

Eigene Berechnung mit dem Sparplanrechner, Kaufkraft bei 2 Prozent Geldentwertung pro Jahr.

Zwischen fünf und acht Prozent liegen 56.249 Euro — mehr als der gesamte Unterschied zwischen einer 100-Euro- und einer 150-Euro-Rate. Die Renditeannahme bewegt das Ergebnis also stärker als die Größe, über die man tatsächlich entscheidet. Genau deshalb ist die Spanne die ehrlichere Darstellung als ein einzelner Wert.

Nicht ausrechnen lässt sich außerdem das eigene Verhalten: ob die Rate in einem Crash stehen bleibt, ob das Depot nach zehn Jahren noch existiert, ob zwischendurch etwas dazwischenkommt. Das ist keine rhetorische Demut, sondern der Grund, warum die durchhaltbare Rate der optimierten vorzuziehen ist.

Nachrechnen

Rate, Laufzeit, Dynamisierung, Rendite und Steuer sind Eingaben im Sparplanrechner — er zeigt auch das Jahr, ab dem der Zuwachs die Einzahlungen übersteigt. Ob eine feste Gebühr je Ausführung anfällt, wiegt bei kleinen Raten schwerer als die Fondsauswahl; der Depotvergleich sortiert danach. Für die Einrichtung selbst siehe ETF-Sparplan einrichten.

Risikohinweis

Alle Beträge sind Modellrechnungen mit frei gewählten Annahmen und keine Prognose. Kurse schwanken, eine positive Rendite ist über keinen Zeitraum zugesagt, und ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Steuerliche Angaben beziehen sich auf Privatanleger in Deutschland und beschreiben die Systematik, nicht den Einzelfall. Dieser Text ist allgemeine Information und keine Anlage- oder Steuerberatung.

Rechtsquellen

  • § 20 EStG Einkünfte aus Kapitalvermögen; Absatz 9 regelt den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro je Person Bundesministerium der Justiz
  • § 32d EStG Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen Bundesministerium der Justiz
  • § 20 InvStG Teilfreistellung Bundesministerium der Justiz
  • § 18 InvStG Vorabpauschale Bundesministerium der Justiz

Alle Verweise führen auf die amtliche Fassung und wurden am 04.09.2026 aufgerufen. Sie öffnen in einem neuen Tab.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich monatlich in einen ETF-Sparplan einzahlen?

Es gibt keinen richtigen Betrag, nur eine richtige Reihenfolge: Erst steht fest, was nach allen laufenden Ausgaben und der Rücklage für Unvorhergesehenes dauerhaft übrig bleibt — und diese Zahl ist die Sparrate. Sie wird nicht aus einem Zielvermögen abgeleitet, weil ein Zielvermögen keine Miete zahlt.

Die Höhe entscheidet über den Betrag am Ende, nicht über die Mechanik. 25 Euro im Monat funktionieren wirtschaftlich genauso wie 500 — nur eben mit einem Zwanzigstel des Ergebnisses.

Lohnt sich ein ETF-Sparplan mit 25 Euro im Monat?

Rechnerisch ja. Unter den Annahmen dieser Seite werden aus 25 Euro im Monat nach dreißig Jahren rund 28.117 Euro, von denen 9.000 Euro eingezahlt sind. Der Zuwachs übersteigt die Einzahlungen ab dem zwölften Jahr — genau wie bei jeder größeren Rate.

Die Einschränkung ist nicht die Rendite, sondern die Kostenstruktur: Bei einer festen Gebühr je Ausführung wiegt derselbe Betrag bei 25 Euro Rate viermal so schwer wie bei 100 Euro. Bei kleinen Raten gehört deshalb ein Depot ohne feste Ausführungsgebühr dazu.

Was ergeben 100 Euro monatlich nach 30 Jahren?

Unter den Annahmen dieser Seite rund 112.288 Euro, bei 36.000 Euro Einzahlung. In heutiger Kaufkraft, also nach zwei Prozent Geldentwertung pro Jahr, entspricht das etwa 61.991 Euro.

Diese Zahl ist ein Modellergebnis, keine Zusage. Sie hängt vollständig an der angenommenen Rendite von sieben Prozent: Bei sechs Prozent sind es 93.797 Euro, bei acht Prozent 134.851 Euro.

Sollte ich die Sparrate jährlich erhöhen?

Eine jährliche Erhöhung ist der wirksamste Hebel, den es ohne zusätzliche Disziplin gibt, weil sie mit dem Einkommen mitwächst. Aus 100 Euro Startrate mit drei Prozent Steigerung werden über dreißig Jahre 154.119 Euro statt 112.288 Euro.

Der Preis dafür steht in derselben Rechnung: Eingezahlt werden dann 57.090 statt 36.000 Euro, und die letzte Rate liegt bei 243 Euro. Die Erhöhung ist kein Renditeeffekt, sondern eine höhere Einzahlung mit Zinseszins darauf.

Ist es besser, mehrere kleine Sparpläne zu haben?

Für die Streuung bringt es nichts, was ein breiter Welt-ETF nicht schon leistet — und es vervielfacht die Zahl der Ausführungen und damit der Gebühren, wenn diese je Ausführung anfallen.

Sinnvoll sind mehrere Sparpläne, wenn sie unterschiedliche Zwecke haben: etwa ein Depot für das eigene Alter und eines für ein Kind. Das ist eine Frage der Zuordnung, nicht der Diversifikation.