Krypto & Staking
Was der Kauf von Krypto kostet
Von Philipp Busch Aktualisiert am Frankfurt School Blockchain Center, Gesamtkosten im Krypto-Handel, 17. März 2026
Ein Kryptokauf kostet drei Dinge: die ausgewiesene Handelsgebühr, den Spread zwischen An- und Verkaufskurs und den Preis des Zahlungswegs. Nur der erste Posten steht in der Gebührentabelle. Über Kauf und sofortigen Verkauf gemessen lagen die Gesamtkosten bei neun in Europa zugelassenen Anbietern zwischen 0,53 % und 6,45 % — mehr als das Zwölffache Unterschied.
Drei Kostenarten, von denen eine sichtbar ist
Wer auf einer Handelsplattform 1.000 € eingibt, sieht danach einen Bestand, der etwas weniger wert ist. Die Differenz hat mehrere Ursachen, und sie stehen an verschiedenen Stellen — eine in der Gebührentabelle, eine im Kurs, eine in den Bedingungen für Ein- und Auszahlungen.
- Handelsgebühr: ein Prozentsatz der Ordersumme, oft gestaffelt nach Handelsvolumen. Dieser Posten wird beziffert und ist deshalb der einzige, den Vergleichstabellen zuverlässig abbilden.
- Spread: die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Sie wird nicht gebucht, sondern liegt im Preis. Auf der Abrechnung taucht sie nirgends als eigener Betrag auf.
- Zahlungsweg: Überweisung, Lastschrift oder Karte werden unterschiedlich bepreist. Kartenzahlungen sind regelmäßig der teuerste Weg, weil der Anbieter selbst Entgelte an den Kartenanbieter abführt.
Dazu kommt ein vierter Posten, sobald die Coins die Plattform verlassen: die Gebühr des Netzwerks für den Transfer. Sie hängt an der Auslastung der Blockchain und nicht am überwiesenen Betrag, was sie bei kleinen Beträgen unverhältnismäßig macht. Wie sich daraus eine Mindestgröße je Transfer ergibt, steht in Netzwerkgebühren verstehen.
Die Aufteilung erklärt, warum zwei Anbieter mit derselben Gebührenaussage unterschiedlich teuer sein können. „Null Gebühren" ist eine Angabe über den ersten Posten. Über die anderen beiden sagt sie nichts.
Warum der Spread meist der größte Posten ist
Auf jedem Handelsplatz gibt es zwei Preise gleichzeitig. Der eine ist der Preis, zu dem gerade jemand verkaufen will — zu ihm kaufst du. Der andere ist der Preis, zu dem gerade jemand kaufen will; zu ihm verkaufst du. Der höhere ist immer der Kaufpreis. Die Differenz zwischen beiden heißt Spread.
Daraus folgt eine unangenehme Eigenschaft jeder frisch eröffneten Position: Sie steht sofort im Minus. Nicht weil der Markt gefallen wäre, sondern weil Kauf und Verkauf zu verschiedenen Preisen stattfinden. Bei einem Spread von 1,25 % fehlen nach dem Kauf von 1.000 € rund 12,50 €, ohne dass sich am Markt irgendetwas bewegt hat.
Ein Teil des Spreads entsteht am Markt und lässt sich niemandem anlasten: In dünn gehandelten Coins liegen Angebot und Nachfrage weiter auseinander als in stark gehandelten. Der andere Teil ist ein Aufschlag des Anbieters auf den Referenzkurs. Beide sind für dich nicht unterscheidbar — du siehst nur den Preis, der auf dem Bildschirm steht.
Genau das macht den Posten so bequem. Eine Gebühr steht auf der Abrechnung und wird verglichen. Ein Aufschlag im Kurs steht nirgends und muss selbst gemessen werden. Wer beides zusammenzieht, dreht die Rangfolge mancher Vergleichstabelle um.
Die Rundreise als Maß
Weil Gebühr und Spread getrennt auftreten, taugt keiner von beiden allein zum Vergleich. Vergleichbar wird erst die Rundreise: ein Kauf und ein unmittelbarer Verkauf derselben Menge. Was dabei vom Einsatz fehlt, sind die Gesamtkosten — unabhängig davon, wo der Anbieter sie genommen hat.
Für den deutschen Markt gibt es dazu eine Messung. Das Frankfurt School Blockchain Center hat im Januar und Februar 2026 zusammen mit intas.tech 432 solcher Rundreisen über neun nach MiCAR zugelassene Anbieter durchgeführt, mit sechs Kryptowerten und Ordergrößen von 100 € und 500 €.
Das Ergebnis ist der Grund für diesen Artikel: Die durchschnittlichen Gesamtkosten je Rundreise reichten von 0,53 % beim günstigsten bis 6,45 % beim teuersten Anbieter. Auf 1.000 € Ordersumme sind das 5,30 € gegenüber 64,50 € — für dieselbe wirtschaftliche Handlung.
| Gesamtkosten je Rundreise | Kosten bei 1.000 € | Rest nach sofortigem Rückverkauf |
|---|---|---|
| 0,5 % | 5,00 € | 995,00 € |
| 1 % | 10,00 € | 990,00 € |
| 2 % | 20,00 € | 980,00 € |
| 3 % | 30,00 € | 970,00 € |
| 5 % | 50,00 € | 950,00 € |
| 6,5 % | 65,00 € | 935,00 € |
Quelle: Frankfurt School Blockchain Center und intas.tech, Gesamtkosten im Krypto-Handel für Privatanleger · Stand 17.03.2026 · Spanne der Studie: 0,53 % bis 6,45 % · Tabellenwerte gerundet, eigene Berechnung
Was die Kosten für den Kurs bedeuten
Die Prozentzahl allein sagt wenig. Interessant wird sie, wenn man sie in die Größe übersetzt, um die es beim Kauf tatsächlich geht: in den Kursgewinn, der nötig ist, um wieder bei null zu stehen.
Die Rechnung ist kurz. Nach dem Kauf sind vom Einsatz noch 1 − Kosten übrig. Damit daraus wieder der ganze Einsatz wird, muss dieser Rest um den Faktor 1 ÷ (1 − Kosten) wachsen. Der nötige Kursgewinn liegt deshalb immer etwas über den Kosten, und der Abstand wächst mit ihnen.
| Gesamtkosten | Nötiger Kursgewinn bis null |
|---|---|
| 0,53 % | 0,53 % |
| 1 % | 1,01 % |
| 3 % | 3,09 % |
| 5 % | 5,26 % |
| 6,45 % | 6,89 % |
Bei den teuersten gemessenen Anbietern beginnt die Position also erst nach einem Kursanstieg von rund sieben Prozent zu verdienen. Das ist keine Kleinigkeit in einer Klasse, deren Kursbewegungen zwar groß, aber in keine Richtung zugesagt sind. Der Aufschlag ist sicher, der Anstieg nicht.
Dieselbe Logik gilt bei Sammlerstücken, wo sie Spread und Auktionsgebühren heißt, und bei jedem Wertpapierkauf. Nur ist die Größenordnung dort meist kleiner: Ein Aufschlag von sechs Prozent ist im Wertpapierhandel die Ausnahme, im Kryptohandel eine gemessene Realität.
Die eigenen Kosten in fünf Minuten messen
Der Vorteil der Rundreise als Maß: Sie lässt sich nachbauen, ohne Geld zu bewegen. Vier Schritte genügen, und sie liefern eine Zahl für die eigene Plattform statt einen Durchschnitt für fremde.
- Kaufkurs ablesen. Nimm den Preis, der beim gewünschten Coin für einen Kauf angezeigt wird — nicht den Marktkurs aus einer Kurstabelle.
- Verkaufskurs im selben Moment ablesen. Wechsle in die Verkaufsansicht, ohne etwas auszuführen. Beide Preise sollten innerhalb weniger Sekunden abgelesen sein.
- Spread ausrechnen. Differenz durch Mittelwert der beiden Kurse, mal hundert. Das Ergebnis ist der Spread in Prozent.
- Handelsgebühr addieren, und zwar zweimal: einmal für den Kauf, einmal für den späteren Verkauf.
Die Summe ist die Zahl, die sich vergleichen lässt. Zwei Hinweise dazu: Erstens schwankt der Spread mit der Tageszeit und der Marktlage, eine einzelne Messung ist deshalb ein Anhaltspunkt und kein Beweis. Zweitens fällt er bei wenig gehandelten Coins deutlich größer aus als bei den bekannten.
Ein Fehler taucht bei dieser Messung regelmäßig auf: Als Referenz wird der Kurs aus einer Kurstabelle genommen und mit dem Kaufpreis der Plattform verglichen. Das misst nicht den Spread, sondern den Abstand zu einem fremden Durchschnitt aus vielen Handelsplätzen. Beide Preise müssen von derselben Plattform stammen und im selben Moment abgelesen sein, sonst ist die Zahl beliebig.
Wo eine Plattform zwischen Marktorder und Limitorder unterscheidet, lohnt ein Blick in die Gebührentabelle. Wer eine Order ins Buch legt und wartet, stellt Liquidität bereit; wer sofort ausführt, nimmt sie heraus. Viele Handelsplätze bepreisen beides unterschiedlich, und der Unterschied steht in derselben Tabelle wie die Grundgebühr.
Wo die Kosten sonst noch auftauchen
Neben Gebühr und Spread gibt es Posten, die nur in bestimmten Situationen anfallen. Sie sind einzeln klein und in der Summe der Grund, warum die tatsächliche Abrechnung selten zur überschlagenen Rechnung passt.
- Einzahlung: SEPA-Überweisungen sind häufig kostenlos, Karten- und Sofortzahlungen selten. Der Aufschlag steht in der Gebührenübersicht des Anbieters.
- Währungsumrechnung: Wird intern in US-Dollar gehandelt, kommt eine Umrechnung hinzu — mit eigenem Aufschlag.
- Auszahlung in Euro: Manche Anbieter berechnen eine feste Gebühr je Auszahlung, was viele kleine Auszahlungen teuer macht.
- Transfer in die eigene Wallet: Hier fallen die Netzwerkgebühr und gegebenenfalls ein Aufschlag der Plattform an. Die Entscheidung dahinter behandelt Börse oder eigene Wallet.
- Sparplan: Regelmäßige Käufe werden teils günstiger, teils mit einer Mindestgebühr belegt. Bei kleinen Raten entscheidet diese Mindestgebühr über die Kostenquote.
Der letzte Punkt verdient eine Zahl, weil er die kleinen Raten trifft, die als besonders zugänglich beworben werden. Eine Mindestgebühr von 1 € kostet bei einer Rate von 25 € genau 4 % — bei 250 € sind es 0,4 %. Die Rate ändert also nicht nur den Betrag, sondern auch den Preis je eingesetztem Euro. Wer klein anfangen will, sollte deshalb die Rate gegen die Mindestgebühr halten und nicht gegen das Monatsbudget.
Ein Posten, der oft übersehen wird, wirkt in die andere Richtung: Anschaffungsnebenkosten mindern den steuerpflichtigen Gewinn. Wer die Gebühren dokumentiert, versteuert innerhalb der Jahresfrist einen kleineren Betrag. Wie diese Frist wirkt, steht in Krypto-Steuern und die Haltefrist.
Warum die Haltedauer über das Gewicht entscheidet
Kaufkosten sind einmalig. Ihr Gewicht hängt deshalb daran, über welchen Zeitraum sie sich verteilen — und wie oft sie erneut anfallen. Beides liegt in der eigenen Hand, anders als der Kurs.
Die zweite Größe ist die entscheidende. Wer denselben Betrag zwölfmal umschichtet und dabei jedes Mal 2 % Gesamtkosten zahlt, hat am Ende nicht 24 % verloren, sondern 21,5 % — die Kosten wirken auf einen schrumpfenden Betrag. Aus 1.000 € werden so 784,72 €, ohne dass der Kurs sich bewegt haben muss.
Damit ist die Kostenfrage zugleich eine Frage der Handelshäufigkeit. Sie trifft dieselbe Entscheidung wie die Steuer: Wer innerhalb eines Jahres verkauft, zahlt Kosten und persönlichen Steuersatz; wer liegenlässt, zahlt die Kosten einmal. Der Zusammenhang ist der Grund, warum die Positionsgröße vor dem ersten Kauf feststehen sollte — nachzulesen in Kryptoanteil im Portfolio.
Für die laufende Seite des Ertrags gilt dieselbe Trennung von beworbener und tatsächlicher Zahl. Was von einer Staking-Rate nach Gebühr und Netzwerkinflation übrig bleibt, rechnet Staking-Rendite richtig lesen vor; der Staking-Rechner legt die Annahmen offen.
Die genannten Kostenspannen stammen aus einer Messung im Januar und Februar 2026 und sind keine Zusage für den heutigen Tag. Gebühren, Spreads und Zahlungswege ändern sich ohne Ankündigung. Die Beispielrechnungen zeigen die Systematik und beschreiben keinen erwarteten Kursverlauf. Steuerliche Angaben beziehen sich auf Privatanleger in Deutschland. Dieser Text ist allgemeine Information und keine Anlage- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen
Was kostet der Kauf von Kryptowährungen?
Die Kosten bestehen aus drei Teilen: der ausgewiesenen Handelsgebühr, dem Spread zwischen An- und Verkaufskurs und den Kosten des Zahlungswegs. Nur der erste Teil steht in der Gebührentabelle.
Gemessen über Kauf und sofortigen Verkauf lagen die Gesamtkosten bei neun in Europa zugelassenen Anbietern zwischen 0,53 % und 6,45 % der Ordersumme. Die Spanne beträgt damit mehr als das Zwölffache.
Was ist der Spread bei einer Krypto-Börse?
Der Spread ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem du kaufen kannst, und dem Preis, zu dem du im selben Moment verkaufen könntest. Er wird nicht als Gebühr gebucht, sondern steckt im Kurs.
Wirtschaftlich wirkt er wie eine Gebühr: Direkt nach dem Kauf liegt die Position um diesen Betrag im Minus, ohne dass sich am Markt etwas bewegt hat.
Warum werben Anbieter mit null Gebühren?
Weil „Gebühr" nur einen der drei Posten bezeichnet. Ein Anbieter kann auf die ausgewiesene Handelsgebühr verzichten und seine Marge stattdessen über den Kurs nehmen.
Die Aussage ist deshalb nicht falsch, aber unvollständig. Vergleichbar werden zwei Anbieter erst über die Gesamtkosten aus Kauf und Verkauf.
Wie messe ich die Kosten meiner eigenen Plattform?
Lies Kauf- und Verkaufspreis desselben Coins im selben Moment ab und teile die Differenz durch den Mittelwert. Das ergibt den Spread in Prozent.
Rechne die ausgewiesene Handelsgebühr für Kauf und Verkauf hinzu. Die Summe ist die Größe, mit der sich Anbieter vergleichen lassen.
Sind die Kaufkosten steuerlich absetzbar?
Bei einem privaten Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG mindern die Anschaffungskosten und die Werbungskosten den steuerpflichtigen Gewinn. Anschaffungsnebenkosten gehören dazu.
Praktisch heißt das: Wer die Gebühren dokumentiert, versteuert einen kleineren Gewinn. Ohne Beleg lässt sich der Abzug nicht führen.
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