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Kredite

Schufa und Konditionsanfrage

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Wer Angebote vergleicht, hinterlässt Spuren — aber nicht zwangsläufig solche, die etwas kosten. Ob eine Konditionsanfrage oder eine Kreditanfrage gestellt wird, entscheidet darüber, und es steht im Formular.

Was eine Auskunftei überhaupt weiß

Eine Auskunftei sammelt keine Kontostände und kein Einkommen. Gespeichert werden Vertragsverhältnisse und deren Verlauf: laufende Kredite, Konten, Mobilfunk- und Leasingverträge, und vor allem Störungen — also Zahlungsausfälle, Mahnverfahren, Titel.

Aus diesen Daten entsteht ein Score, eine Wahrscheinlichkeitsaussage über die künftige Zahlungsfähigkeit. Die genaue Gewichtung ist Geschäftsgeheimnis. Was sich sagen lässt: Pünktliche Zahlung über lange Zeiträume wirkt positiv, Störungen wirken stark negativ, und eine hohe Zahl gleichzeitig laufender Kreditverhältnisse wirkt eher belastend.

Das Einkommen prüft die Bank getrennt und selbst. Ein hoher Score ersetzt keine tragfähige Haushaltsrechnung — und eine gute Haushaltsrechnung gleicht keinen Negativeintrag aus.

Gegenüberstellung von Kreditanfrage und Konditionsanfrage: Die Kreditanfrage wird gespeichert und ist für andere Banken sichtbar, die Konditionsanfrage dient nur der Angebotsermittlung und beeinflusst den Score nicht.
Ein Wort im Formular unterscheidet die beiden — die Wirkung auf den Score ist erheblich. CC BY 4.0

Die zwei Anfragearten

Merkmal Konditionsanfrage Kreditanfrage
Zweck Konditionen ermitteln Kredit beantragen
Für andere Banken sichtbar Nein Ja
Wirkung bei Wiederholung Keine Kann negativ wirken
Ergebnis Individuelles Angebot Vertragsangebot oder Ablehnung

Der Grund für die Unterscheidung ist einleuchtend: Wer fünf Banken nach Preisen fragt, sucht das beste Angebot. Wer fünf Anträge stellt, hat möglicherweise vier Ablehnungen hinter sich. Für die sechste Bank sind das zwei völlig verschiedene Bilder.

Die Kennzeichnung nimmt die anfragende Bank vor, nicht der Kunde. Steht im Formular „Kreditanfrage", während man nur Konditionen wissen will, lohnt die Rückfrage — die Umstellung ist üblich und kostenlos.

Warum das für den Zinssatz zählt

Bei bonitätsabhängiger Verzinsung ist die Einstufung der Preis. Zwischen einem Angebot zu vier und einem zu neun Prozent liegen bei 15.000 Euro über fünf Jahre rund 2.000 Euro — Näheres unter Bonitätsabhängige Zinsen. Wer mehrere Konditionsanfragen stellt, verschafft sich diesen Unterschied, ohne etwas zu riskieren.

Umgekehrt kann ein einzelner falscher Eintrag den Satz um Prozentpunkte verschieben. Deshalb gehört die Selbstauskunft an den Anfang, nicht ans Ende: Erst die eigenen Daten prüfen, dann Angebote einholen.

Welche Rechte man gegenüber einer Auskunftei hat

Der Score wirkt wie eine Blackbox, ist aber rechtlich klar eingehegt. Zwei Vorschriften sind dabei praktisch nutzbar.

Die erste betrifft die Berechnung selbst. Scoring — also die Verwendung eines Wahrscheinlichkeitswerts über künftiges Verhalten zur Entscheidung über einen Vertrag — ist nur unter Bedingungen zulässig (§ 31 Abs. 1 BDSG). Die Daten müssen nach einem wissenschaftlich anerkannten mathematisch-statistischen Verfahren nachweisbar erheblich sein, und der Wert darf nicht ausschließlich aus Anschriftendaten gebildet werden. Ein Score allein „nach Wohngegend“ wäre damit unzulässig.

Die zweite ist das Auskunftsrecht nach Artikel 15 DSGVO, das § 34 BDSG lediglich für eng umrissene Ausnahmen einschränkt. Es umfasst mehr als die Liste der gespeicherten Verträge: auch die Zwecke der Verarbeitung, die Empfänger und die vorgesehene Speicherdauer. Genau danach lohnt es zu fragen, wenn ein Eintrag stört — die Speicherdauer ist der Hebel, nicht die Existenz des Eintrags.

Anliegen Grundlage Was daraus folgt
Was ist gespeichert? Art. 15 DSGVO Auskunft über Daten, Zwecke, Empfänger, Speicherdauer
Der Eintrag ist falsch Art. 16 DSGVO Berichtigung, beim meldenden Unternehmen und der Auskunftei
Der Score ist nicht nachvollziehbar § 31 BDSG Zulässig nur bei erheblichen Daten, nicht rein nach Anschrift

Normtexte des Bundesdatenschutzgesetzes, abgerufen am 22. August 2026. Konkrete Speicherfristen einzelner Eintragsarten stehen nicht im Gesetz, sondern in den Verhaltensregeln der Auskunfteien — sie sind dort nachzulesen und ändern sich.

Der praktische Ablauf einer Korrektur ist unspektakulär und dauert Wochen: Auskunft anfordern, den strittigen Eintrag benennen, parallel das meldende Unternehmen anschreiben. Solange geprüft wird, ist der Eintrag üblicherweise als bestritten zu kennzeichnen. Wer eine Finanzierung plant, sollte diesen Weg deshalb vor der Angebotsphase gehen und nicht danach — eine laufende Prüfung hilft im Kreditgespräch niemandem.

Der Fehlerfall: die falsche Anfrageart

Der teuerste Fehler auf dieser Seite kostet keinen Cent Gebühr und steht in keinem Vertrag. Er passiert beim Vergleichen: Wer bei fünf Banken nacheinander ein Angebot einholt und dabei jedes Mal eine Kreditanfrage stellt statt einer Konditionsanfrage, hinterlässt fünf Einträge, die jede weitere Bank sieht.

Das Tückische daran ist die Reihenfolge. Der Eintrag entsteht beim Einholen des Angebots, die Entscheidung fällt danach — die Verschlechterung wirkt also schon, während man noch vergleicht. Wer am Ende bei der günstigsten Bank abschließt, tut das mit einer Auskunft, die vier fremde Anfragen zeigt und dadurch schlechter aussieht als die, mit der er angefangen hat.

Woran man es erkennt, bevor es passiert: Eine Konditionsanfrage heißt im Formular meist „Konditionenanfrage", „unverbindliche Anfrage" oder „Anfrage ohne Schufa-Einfluss". Fehlt eine solche Angabe, lohnt die ausdrückliche Frage — sie ist zulässig und wird beantwortet. Vergleichsportale stellen in aller Regel Konditionsanfragen; die Bank selbst nicht immer.

Was den Fehler von anderen unterscheidet: Er lässt sich nicht rückgängig machen. Eine Kreditanfrage wird nicht gelöscht, weil man den Vertrag nicht abgeschlossen hat — sie läuft nach ihrer Frist ab und bis dahin steht sie da. Das ist der Grund, warum der letzte Punkt der Liste unten „Anfragen bündeln" heißt und nicht „Anfragen korrigieren".

Was sich konkret tun lässt

Alle fünf Punkte wirken in dieselbe Richtung: Sie machen aus einer Blackbox eine Größe, über die man Bescheid weiß, bevor die Bank es tut. Das ist der ganze Vorteil — beeinflussen lässt sich der Score kurzfristig kaum, kennen sollte man ihn trotzdem.

Rechtsquellen

  • § 31 BDSG Schutz des Wirtschaftsverkehrs bei Scoring — Zulässigkeitsvoraussetzungen des Wahrscheinlichkeitswerts Bundesministerium der Justiz
  • § 34 BDSG Auskunftsrecht der betroffenen Person, ergänzend zu Artikel 15 DSGVO Bundesministerium der Justiz

Alle Verweise führen auf die amtliche Fassung und wurden am 22.08.2026 aufgerufen. Sie öffnen in einem neuen Tab. Die Speicherfristen einzelner Eintragsarten regeln die Verhaltensregeln der Auskunfteien, nicht das Gesetz. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Weiterlesen

Was der ermittelte Zinssatz am Ende kostet, rechnet der Kreditrechner. Der Überblick über den Bereich steht unter Kredite. Wo sich eine Konditionsanfrage stellen laesst und worauf im Formular zu achten ist, steht unter Ratenkredit: worauf es beim Angebot ankommt.

Hinweis

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verfahren und Fristen der Auskunfteien ergeben sich aus deren Bedingungen und dem Datenschutzrecht; diese Seite gibt keine Auskunft über einzelne Auskunfteien oder deren Scoring-Modelle.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kreditanfrage und Konditionsanfrage?

Eine Kreditanfrage wird als Hinweis auf eine tatsächlich beabsichtigte Kreditaufnahme gespeichert und ist für andere Banken sichtbar. Eine Konditionsanfrage dient nur der Ermittlung von Konditionen und wird nicht in dieser Weise gewertet.

Welche der beiden übermittelt wird, entscheidet die anfragende Bank. Deshalb lohnt es sich, vor dem Absenden zu prüfen, wie die Anfrage im Formular bezeichnet ist.

Schadet es dem Score, mehrere Angebote einzuholen?

Nicht, wenn es sich um Konditionsanfragen handelt. Mehrere echte Kreditanfragen in kurzer Folge können dagegen als Hinweis darauf gelesen werden, dass Anträge abgelehnt wurden.

Der praktische Rat ist deshalb nicht, weniger zu vergleichen, sondern auf die Art der Anfrage zu achten.

Wie bekomme ich Auskunft über meine gespeicherten Daten?

Auskunfteien müssen auf Verlangen Auskunft über die zu einer Person gespeicherten Daten erteilen. Diese Auskunft ist einmal jährlich kostenfrei zu erhalten.

Der Blick lohnt vor jedem größeren Vertrag: Veraltete oder falsche Einträge wirken unmittelbar auf die angebotenen Konditionen und lassen sich nur korrigieren, wenn man sie kennt.

Welche Daten fließen in den Score ein?

Unter anderem laufende Verträge, Zahlungsstörungen, die Zahl und Dauer von Konten und Kreditverhältnissen sowie Anfragen. Einkommen und Vermögen gehören ausdrücklich nicht dazu — sie prüft die Bank getrennt.

Die genaue Gewichtung ist Geschäftsgeheimnis der Auskunfteien. Verlässlich beeinflussbar sind vor allem die harten Faktoren: pünktliche Zahlung, keine unnötigen Verträge, korrekte Daten.